Forster: "Keine Baumschutzverordnung"

Kahlschlag: Heftig kritisiert werden die jüngsten Baumfällaktionen, wie am Wolfratshauser Bergwald.

Auch die Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) diskutiert über die allgemein in der Bevölkerung heftig kritisierten Baumfällaktionen, die jüngst am Wolfratshauser Bergwald und an der Farcheter Anemonenstraße stattgefunden haben.

Deshalb hatte vor allem der Bund Naturschutz eine Baumschutzverordnung für Wolfratshausen gefordert. Aber Bürgermeister Helmut Forster (BVW) stellte auf der monatlichen Versammlung der Vereinigung im Wirtshaus Flößerei klar, „dass es hier eine solche Verordnung in Wolfratshausen nicht geben wird. Denn sie hilft nicht bei Leuten, die sich nicht an Regeln halten.“ Ausreichend sei hier der Grünordnungsplan, der Bestandteil des Bebauungsplans ist, „so haben wir das rechtlich im Griff“. Er berichtete noch, dass die Baumschutzverordnung in München „massive Probleme“ bereite, „das ufert dort richtig aus“. Weil absturzgefährdete Bäume immer entfernt werden müssen, sagte Forster, dass Bewohner unterhalb des Bergwalds sogar froh über die Fällaktion seien. Auch die Stadt habe auf ihrem Grund am Bergwald deshalb schon 50 Bäume abholzen müssen. Nur sei der Schnitt einzelner Bäume mit 5.000 Euro pro Baum sehr teuer. Denn dies müsste aufwändig durch Fachleute, so genannte Kletterer geschehen. „Alles wegschneiden ist eben billiger. Und auf seinem eigenen Grundstück kann jeder schneiden, wie er will.“ Er informierte auch über weitere Abholzaktionen: Beim Kahlschlag auf der B11 und dem Autobahnzubringer gelte offentliches Recht, das Zuschneiden von Büschen und Bäumen am Loisachufer würde alle drei Jahre geschehen. Zur Abholzaktion am Bergwald sagte Forster, wenn es ein Schutzwald sei, handle es sich grundsätzlich um eine Ordnungswidrigkeit und der Eigentümer müsse mit Sanktionen durch das Landratsamt als zuständige Behörde rechnen. Der Leiter des staatlichen Forstamts, Wolfgang Neuerburg, werde zur nächsten Bauausschusssitzung am 10. April einen Sachstandsbericht abgeben. Zum Fällen der Föhren in der Anemonenstraße sagte Forster, „vor allem die Art und Weise, wie das passiert ist, war schwach. Wir haben vorher nichts gewusst.“ Während der Aktion habe ihm Michael Zaigler, Geschäftsführer der Oberbayerischen Heimstätte, eine Tochter des Bezirks Oberbayern am Telefon versprochen, mit dem Bauleiter zu sprechen. „Der aber hat nicht mit Fällen aufgehört.“ Forster habe daraufhin jetzt mit dem Bezirkstagspräsidenten telefoniert, der wolle nun mit Zaigler Kontakt aufnehmen.

Meistgelesene Artikel

Nepomukmarkt in Wolfratshausen am 29. Mai
Bad Tölz - Wolfratshausen
Nepomukmarkt in Wolfratshausen am 29. Mai
Nepomukmarkt in Wolfratshausen am 29. Mai
Bad Tölz: Kradfahrer schlängelte sich durch Stau und  kollidierte mit Pkw
Bad Tölz - Wolfratshausen
Bad Tölz: Kradfahrer schlängelte sich durch Stau und kollidierte mit Pkw
Bad Tölz: Kradfahrer schlängelte sich durch Stau und kollidierte mit Pkw
Spätzündung: Josef Gerg stirbt
Bad Tölz - Wolfratshausen
Spätzündung: Josef Gerg stirbt
Spätzündung: Josef Gerg stirbt
55 Einsätze für die Feuerwehr Lenggries / Unnötige Alarmierungen erhöhen Einsatzzahlen
Bad Tölz - Wolfratshausen
55 Einsätze für die Feuerwehr Lenggries / Unnötige Alarmierungen erhöhen Einsatzzahlen
55 Einsätze für die Feuerwehr Lenggries / Unnötige Alarmierungen erhöhen Einsatzzahlen

Kommentare