Exkursion im Stadtwald

Forstexperten erläutern Bewirtschaftungsplan und Naturschutzkonzept

Revierförster Sebastian Schlenz (l.) und Forst-Bereichsleiter Christian Webert übergaben den Waldbewirtschaftungsplan zunächst an Stadtrat Franz Wirtensohn (r.), der das Schriftstück danach an Inken Domany vom städtischen Umweltamt weiterreichte.
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Im Wald unterwegs: Revierförster Sebastian Schlenz (l.) und Forst-Bereichsleiter Christian Webert übergaben den Waldbewirtschaftungsplan zunächst an Stadtrat Franz Wirtensohn (r.), der das Schriftstück danach an Inken Domany vom städtischen Umweltamt weiterreichte.

Geretsried – Vor Ort wurden jüngst die Ergebnisse des 2019 in Auftrag gegebenen Waldbewirtschaftungsplans vorgestellt.

Revierförster Sebastian Schlenz und der Bereichsleiter Forsten Christian Webert vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) dem Bau- und Umweltausschuss präsentierten die Ergebnisse.

Alle 20 Jahre wird der Waldbewirtschaftungsplan für die kommunalen Waldflächen aktualisiert. Dabei gilt es vor allem standortgemäße, naturnahe, gesunde und leistungsfähige Wälder zu erhalten. In Geretsried ist davon der 146 Hektar große Stadtwald betroffen. Dort traf sich der Bau- und Umweltausschuss, um sich die Ergebnisse des bereits Anfang 2019 in Auftrag gegebenen Plans sowie das Naturschutzkonzept von Experten erläutern zu lassen.

„Die Waldfläche im Eigentum der Stadt soll in der bisherigen Größe erhalten bleiben und nach Möglichkeit durch Ankauf oder Flächentausch vergrößert werden“, berichtete Webert. Bei der Waldpflege gelte es, möglichst viele Mischbaumarten zu erhalten beziehungsweise zu fördern. Darüber hinaus soll unter Berücksichtigung der Verkehrssicherheitspflicht an Einrichtungen, Wegen und Bebauungsrändern der Biotopbaum- und Totholzanteil im Wald mittelfristig erhöht werden. So soll der Anteil der für den Klimawandel anfälligen Fichten – er liegt derzeit bei 47 Prozent – reduziert und Laubbäume sowie andere Nadelholzarten wie die Tanne gestärkt werden. „Wir gehen nicht weg von der Fichte, stellen ihr aber Partner an die Seite“, erklärte Webert. Revierförster Sebastian Schlenz erinnerte zudem daran, dass in den vergangenen vier Jahren viel Holz aufgrund von Borkenkäferbefall oder Sturmschäden entfernt werden musste.

CSU-Stadtrat Franz Wirtensohn, der die Sitzung in Vertretung des verhinderten Bürgermeisters Michael Müller (CSU) leitete, empfand das südlich des Schulzentrums gelegene Waldstück zunächst als „zu aufgeräumt“. Schlenz konnte diese Kritik widerlegen, indem er die Gruppe zu einem von drei Trittsteinen führte. „Das sind Bereiche, in denen man bewusst auf die wirtschaftliche Nutzung des Waldes verzichtet“, erklärte er. Denn die auf dem Boden herumliegenden Stämme und Äste bieten ideale Lebensräume für Insekten und Spechte. Mittlerweile gibt es 37 Biotopbäume und 64 Stück Totholz im Stadtwald. Freilich müsse die Verkehrssicherheit an den Fuß- und Radwegen gewährleistet bleiben. „Morsche Äste in Baumkronen werden rechtzeitig entfernt, damit sie niemandem auf dem Kopf fallen“, versicherte Schlenz. Er räumte ein, dass die kostendeckende Bewirtschaftung des Stadtwalds eine Herausforderung sei, zumal die Holzpreise gefallen seien. „Auf den kommunalen Flächen im außerstädtischen Bereich können wir aber reguläre Forstwirtschaft betreiben und Gewinne erwirtschaften“, verriet er.

Am Ende der Exkursion übergaben Webert und Schlenz den Waldbewirtschaftungssplan an Inken Domany vom Fachbereich Verkehr und Umwelt im Geretsrieder Rathaus. Die Kosten für die Aktualisierung des Forstwirtschaftsplans belaufen sich auf rund 9.500 Euro. Übernommen werden sie je zu Hälfte von der Stadt Geretsried und dem Freistaat Bayern. Peter Herrmann

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