Die Forstwirtschaft intensivieren

Vom Vorsitzenden Johann Killer (l.) und Sekretärin Cornelia Hausner wurden die langjährigen Vorstandsmitglieder der WBV-Wolfratshausen Leonhard Rieger, August Bader, Georg Bauer, Sebastian Köglsberger, Martin Fichtner, Josef Brunner und Paul Kranz (v.l.) mit Ehrennadeln ausgezeichnet

Die Wirtschaftskrise und damit der Einbruch beim Verkauf von Bauholz ist vorbei und auch Orkane oder extremen Käferbefall hat es in den letzten beiden Jahren nicht gegeben. Der Holzmarkt hat sich wieder auf einem für die Waldbauern zufriedenstellenden Niveau eingependelt.

So zeigte sich die Vorstandschaft der 1.216 Mitglieder zählenden Waldbesitzervereinigung (WBV) Wolfratshausen bei der Jahresversammlung in Ascholding recht zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Mitglieder haben über ihre Vereinigung im Jahr 2010 Holz im Wert von insgesamt 8,377 Millionen Euro vermarktet, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 38 Prozent entspricht, wie Vorsitzender Johann Killer hervorhob. Der Absatz von Langholz stieg von 10.691 Festmeter auf 14.928 Festmeter, der von Kurzholz von 62.400 Festmeter auf 80.600 Festmeter und der von Laubholz von 1.579 Festmeter auf 2.595 Festmeter. Der größte Sprung allerdings konnte beim Energieholz, also bei den Hackschnitzeln, und zwar von 16.580 Kubikmetern Schüttgut auf 38.984 Kubikmeter verzeichnet werden. Hier rechnet die WBV in den nächsten Jahren mit weiteren enormen Steigerungsraten. Derzeit werden die Kraftwerke in Sauerlach und in Bad Tölz beliefert, weitere sollen folgen. Das Stammholz geht größtenteils an Großsägewerke in Österreich. Killer betonte aber, dass man künftig auch verstärkt wieder heimische Sägewerke beliefern wolle. Aber nicht nur deshalb lobte Killer die Waldbesitzer. Seiner Aussage nach bedeute Wälder naturnah zu nutzen auch die Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und die Reduzierung von CO2, da Bäume beim Wachstum ebenso viel Kohlendioxyd binden, wie sie bei Verbrennen freisetzen. Vielen in der Bevölkerung sei gar nicht bewusst, „in welch hohem Maße sie vom Wald und der Forstwirtschaft profitieren“. Um diese These zu untermauern, hatte er Bernhard Kenter vom Institut für Weltforstwirtschaft in Hamburg nach Ascholding geladen, praktisch als Auftaktveranstaltung der WBV zum Internationalen Jahr der Wälder, wie Killer sagte. Der Wissenschaftler vertrat die These, dass nicht starke Holznutzung Grund für eine weltweite verstärkte CO2-Belastung sei, sondern die Brandrodung in Südamerika und Südostasien, wo täglich 200 Quadratkilometer Wald zerstört würden. Kenter sprach sich aber auch dafür aus, die heimische Forstwirtschaft noch intensiver zu betreiben, da im Wald jedes Jahr pro Hektar ein Heizwert von 3.000 Litern Heizöl nachwachse. Er sprach sich deshalb gegen die von der EU geforderte Unterschutzstellung von zehn Prozent der Wälder aus. Nachhaltige Waldnutzung, so Kenter, sei weitaus besser. Das bewog Killer zu einem etwas unglücklichen pauschalen Angriff auf alle Naturschützer, indem er Verordnungen der Regierungen fälschlicherweise dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz anlastete. So kam es zum Schluss zu einer etwas hitzigen Debatte. Frieden herrschte wieder, als Paul Kranz zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde und die weiteren scheidenden Vorstandsmitgliedern Sebastian Köglsberger (goldene Ehrennadel), Josef Brunner, Martin Fichtner, Leonhard Rieger, Georg Bauer und August Bader (jeweils silberne Ehrennadel) ebenfalls geehrt wurden.

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