Ringbuslinien rund um München

Freistaat, Landkreise und MVV entwickeln Konzept

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Noch fahren die Expressbusse nicht, doch werden schon die Details zu so genannten Ringbuslinie um München herum erarbeitet.

Landkreis/München– Das Bayerische Verkehrsministerium will die einzelnen S-Bahn-Linien im Münchner Umland miteinander verbinden. Konkret soll das über Ringbuslinien erfolgen. Die Express-Busse würde dann auch Wolfratshausen und Bad Tölz anfahren. Das Ministerium, fünf Münchner MVV-Verbundlandkreise und der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) arbeiten derzeit an einem entsprechenden Feinkonzept.

Die Ringbuslinien, so teilte der die um München herumführen. Diese Linien sollen die Schienenstrecken entlasten und attraktive Querverbindungen bieten. Angestoßen wurde das Konzept der Ringbuslinien im vergangenen Sommer durch den Freistaat. Mit dem „Fahrplan für mehr Mobilität in Bayern“ stellte das Verkehrsministerium die Förderung von überregional wichtigen Buslinien, die attraktive Querverbindungen in den verschiedenen Teilen Bayerns abdecken, in Aussicht. Staatsminister Dr. Hans Reichhart: „Um den ÖPNV weiter zu stärken, bauen wir gemeinsam mit interessierten Landkreisen und kreisfreien Städten ein Netz von landesbedeutsamen Buslinien auf. Die Ringbuslinie rund um München ist eines der sechs Pilotprojekte.“ Reichhart zeigte sich überzeugt, dass die zusätzliche Buslinie Fahrgästen kürzere Fahrtwege ermöglichen und damit das ÖPNV-Angebot im Großraum München um einen wichtigen Baustein erweitern könne. Positiv bewertete der Tölzer Landrat Josef Niedermaier das Vorhaben. Nach dem offiziellen Auftakt des Projekts am Donnerstag sagte er: „Ich hoffe nun, dass der Freistaat zu seinem Wort steht und die Mittel wirklich zuschießt.“ Minister Reichhart gab dazu jedenfalls schon einmal sein Wort: „Der Freistaat hat bereits zugesagt, die Linie finanziell zu unterstützen.“

Neben Freistaat und MVV sitzen auch noch die Landkreise München, Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen, dazu die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) und die Regierung von Oberbayern. In einem Grobkonzept wurde zum Auftakt ein Busring um München vorgestellt, der aus sieben aneinander anschließenden Teillinien besteht. Auf diesen Linien sollen, ergänzend zum bestehenden Angebot, Expressbusverbindungen – direkte, schnelle und umsteigefreie Relationen mit wenigen, wichtigen Halten – geschaffen werden. Jede Linie verbindet mindestens zwei Schnellbahnäste miteinander und soll Nachfrageschwerpunkte wie große Gewerbe- und Wohngebiete in der Region erschließen. Derzeit im Gespräch sind unter anderem Verbindungen von Haar über Ismaning nach Unterschleißheim, von Fürstenfeldbruck über Esting nach Dachau oder von Wolfratshausen nach Oberhaching.

MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch sieht großen Bedarf an solchen Expressbusangeboten: „Diese Tangentialverbindungen werden den Schienenverkehr entlasten und bieten den Fahrgästen direkte, schnelle und umsteigefreie Verbindungen zwischen Schienenstrecken und Nachfrageschwerpunkten in der Region.“ Die Nutzer müssten nicht mehr durch das Nadelöhr der Münchner Innenstadt und Stau könne schon vor den Stadtgrenzen vermieden werden.

Nun werden die Linienkorridore, Haltepunkte, Takte und Bedienzeiten konkretisiert und mit den Anliegerkommunen abgestimmt. Das fertige Konzept geht dann in die Beschlussfassung – und damit in die Umsetzung. Während die Planer des MVV die inhaltliche Federführung übernehmen, koordiniert Münchens Landrat Christoph Göbel die geplanten Ringbuslinien innerhalb der beteiligten Landkreise: „Für die Bürger des Münchner Umlands ist der geplante Buslinienring eine echte Qualitätsverbesserung.“ Laut Göbel würden für Ziele, insbesondere in den näher liegenden Umlandgemeinden, immer noch meist dem eigenen Fahrzeug der Vorzug gegeben. „Wer sich klimafreundlich bewegen will, muss dagegen oft einen kilometerlangen und zeitintensiven Umweg über die Münchner Innenstadt in Kauf nehmen.“ Das Ringbusangebot werde gerade für solche Verbindungen eine „attraktive Alternative bieten.“

Landrat Josef Niederrmaier schloss sich dem an. Zumal „diese beiden Verbindungen von Starnberg über Wolfratshausen nach Bad Tölz und von Wolfratshausen über Egling nach Deisenhofen im Landkreis zwei der drei wichtigsten Hauptverkehrsachsen und daher für den ganzen Landkreis extrem wichtig und ein lang gehegtes Anliegen sind“. Zudem sei es äußerst positiv und für die Akzeptanz wichtig, dass es sich dabei um Expressbusse handele. Wenn der Alpenbus nun auch noch die wichtige Achse im Süden bedienen würde, wäre das ein Riesenschritt für den ÖPNV bei uns im Landkreis „und im ganzen Oberland ein großer Schritt zur Verkehrswende“. tka

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