70 Jahre vorbildlicher Einsatz

Freiwillige Feuerwehr feiert Jubiläum in den Ratsstuben

+
Optischer Höhepunkt: der Fackelzug durch die Innenstadt zu den Ratsstuben, wo zum Festakt rund 250 Gäste kamen.

Geretsried – Mit einem Gedenkgottesdienst und einer Kranzniederlegung begannen am Samstagabend die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr. Im vollbesetzten Ratsstubensaal erinnerten dann Vereinsvorsitzender Florian Effenberger, Bürgermeister Michael Müller, Landrat Josef Niedermaier, Kreisbrandrat Alfred Schmeide und Kommandant Erik Machowski an die Geschichte der Feuerwehr.

„Es ist eure Aufgabe, den Funken Gottes leben zu lassen“, erklärte Pfarrer Stefan Scheifele. In seiner Predigt verwies er darauf, dass das ehrenamtliche Engagement in anderen Teilen Deutschlands keine Selbstverständlichkeit mehr ist. „Bundesweit wurden schon etwa 2.000 Feuerwehren wegen mangelndem Personal aufgelöst“, gab er zu bedenken. In Geretsried besteht diese Gefahr nicht. Rund 90 aktive Mitglieder engagieren sich derzeit für die Feuerwehr. Nach der feierlichen Kranzniederlegung für die verstorbenen Feuerwehrmitglieder setzte sich ein langer Fackelzug von der Feuerwache Nord bis zur Ratsstuben in Bewegung. Dort nahmen rund 250 Gäste an den festlich dekorierten Tisch Platz. Bevor ihnen ein dreigängiges Menü serviert wurde und die Gartenberger Bunkerblasmusik für Stimmung sorgte, erinnerten Vereinsvorsitzender Florian Effenberger und Kommandant Erik Machowski an die Anfänge der Geretsrieder Feuerwehr.

Demnach ging der Gründung eine Brandkatastrophe voraus. Am 3. Juli 1949 brach im Lager Buchberg ein Feuer aus, das nur mit großer Mühe gelöscht werden konnte. Über 100 Heimatvertriebene verloren ihre Behausung. Noch unter dem Eindruck des Großbrands kam es am 16. November 1949 im Gasthaus Böhm zur Gründung einer Lagerfeuerwehr. Dem ersten Kommandanten Josef Kriegelsteiner und seinem Stellvertreter Ernst Schwägerl standen damals nur eine Tragkraftspritze und einige Schläuche zur Verfügung. Nachdem Geretsried am 1. April 1950 zur eigenständigen Gemeinde ernannt wurde, vergrößerte sich auch das Einsatzgebiet der damals 40 Mitglieder. So wurde 1954 das erste Löschgruppenfahrzeug angeschafft und im Ortsteil Stein eine eigene Löschgruppe gegründet. Später zog die Wehr an die Sudetenstraße um. Ende der 1980er-Jahre ließ sich die Feuerwehr für drei Jahre am Seniweg nieder. 1991 kam es zur Einweihung der Feuer- und Rettungswache Süd an der Jeschkenstraße. 

Im Geretsrieder Norden bildete sich 1955 eine Löschgruppe. Die Ausrüstung und Fahrzeuge wurden ab 1957 in einer ehemalige Fahrzeughalle des Rüstungsbetriebs Dynamit AG (DAG), untergebracht. 2007 erfolgte der Umzug vom Schalmeienweg in die Feuerwache Nord an der Elbestraße. Kommandant Erik Machowski verwies in seiner Festrede darauf, dass sich die Feuerwehr ständig weiterentwickelt hat. So erhielt in den 1970er-Jahren jeder Feuerwehrdienstleistende einen Funkmeldeempfänger. In dieser Zeit stieg die Anzahl der Einsätze aufgrund zahlreicher technischer Hilfeleistungen stetig. Mittlerweile stehen den rund 90 Aktiven 15 Fahrzeuge zur Verfügung. Pro Jahr werden durchschnittlich rund 240 Einsätze verzeichnet. „Die Feuerwehr ist heute sehr gut aufgestellt“, bilanzierte Machowski zufrieden. Bürgermeister Michael Müller sieht das genauso: „Aus einer Mannschaft, die einst nur Brände zu löschen hatte, ist eine universelle Task Force geworden“, lobte der Rathauschef. 

Landrat Josef Niedermaier überreichte einen Scheck mit einer vierstelligen Spendensumme, mit der vor allem die Nachwuchsarbeit unterstützt werden soll. „Ich wünsche euch, dass ihr die Jugend auch weiterhin für dieses Ehrenamt begeistert könnt“, erklärte er. Kreisbrandrat Alfred Schmeide hob hervor, dass die Geretsrieder Feuerwehr die meisten Einsätze aller Landkreisfeuerwehren zu bewältigen hat. Am Ende des offiziellen Festakts wurden Giselher Schiebel, Gerhard Teubert und Adolf Fuchs zu Ehrenmitgliedern ernannt. Urkunden erhielten zudem Hans Schmid, Adolf Fuchs, Christian Sydoriak, Reiner Patzelt, Kurt Nejedly, Axel Sternkopf und Sebastian Wirag, die seit 50 Jahren Mitglieder der Geretsrieder Feuerwehr sind. Peter Herrmann

Auch interessant

Meistgelesen

51-jährige Wolfratshauserin landet in Ausnüchterungszelle
51-jährige Wolfratshauserin landet in Ausnüchterungszelle
Stadtrat billigt Aufstellungsbeschluss für Hotel auf Wackersberger Höhe
Stadtrat billigt Aufstellungsbeschluss für Hotel auf Wackersberger Höhe
56-jähriger Stadtrat kandidiert auf Wolfratshauser Liste
56-jähriger Stadtrat kandidiert auf Wolfratshauser Liste
Jahreshauptversammlung der Europa-Union
Jahreshauptversammlung der Europa-Union

Kommentare