Willkommene Auszeit

Freundeskreises für psychisch Kranke veranstaltet Liederabend

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Interpretierten Lieder von Marlene Dietrich und Hildegard Knef: Gabriele Misch und Dr. Peter Wegele.

Gelting – Zum dritten Mal lud der Freundeskreis für psychisch Kranke zu einem Benefizabend in die Kulturbühne Hinterhalt ein. Anlässlich der internationalen Woche der seelischen Gesundheit sang Gabriele Misch Lieder von Marlene Dietrich und Hildegard Knef. Der renommierte Jazzpianist Dr. Peter Wegele begleitete sie musikalisch.

„Spaß, Musik und Esskultur leisten einen wesentlichen Beitrag zur seelischen Gesundheit“, erklärte Gabriele Skarda vorab. Dennoch nutzte Dr. med. Thomas Henning die Zeit vor dem Konzert, um auch den ernsten Hintergrund der Benefizveranstaltung anzusprechen. „Wir müssen die Entstigmatisierung der psychischen Kranken vorantreiben“, forderte er. Er verwies darauf, dass nahezu ein Drittel der deutschen Bevölkerung zumindest ansatzweise von psychischen Erkrankungen betroffen sei. „Das sind oft sehr kreative Menschen, die nicht ausgegrenzt, sondern in das gesellschaftliche und kulturelle Leben integriert werden sollten“, forderte Henning. Der Freundeskreis veranstaltet deshalb unter anderem Ausflüge, Ferienfreizeiten und Kulturabende. „Es geht uns auch darum, dass diese Menschen Normalität tanken“, so Henning abschließend. Unter den rund 50 Besuchern befanden sich neben der Geretsrieder Stadträtin Sonja Frank auch Gäste aus der Geretsrieder Caritas-Tagesstätte „Ausblick“ und anderen Einrichtungen. Sie alle genossen das von der Metzgerei Knöbl und dem Gustavo-Pizza-Unternehmen Franco Fresco zubereitete Buffet sowie das anschließende Konzert. Unter dem Motto „Sag, mir wo die Lieder sind“ interpretierte Gabriele Misch mit rauchigem Timbre nicht nur die größten Erfolge von Marlene Dietrich und Hildegard Knef, sondern gab auch amüsante Anekdoten aus deren Leben zum Besten. Mit der Zugabe „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ endete ein abwechslungsreicher Abend in der Kulturbühne. In Erinnerung dürfte den Besuchern aber vor allem die willkommene Ablenkung von ihren alltäglichen Traumatisierungen geblieben sein. Peter Herrmann

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