„Bestes Naturschutzgesetz“

ÖDP freut sich über gelungenes Volksbegehren, kritisiert aber die Agrarpolitik

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Auf der Straße für Stimmen: Im September 2018 informierte und sammelte ÖDP-Kreisvorsitzender Stephan Koch (r.) Unterschriften fürs Volksbegehren „Artenvielfalt: Rettet die Bienen“. Hier zusammen mit Walter Küppers und Hannah-Milena Schmidt-Troschke vom Omnibus-Team.

Bad Tölz – Der Kreisverband ÖDP und Naturschützer jeglicher Parteien haben Grund zur Freude: Seit dem 1. August ist nämlich das neue Naturschutzgesetz offiziell in Kraft getreten. Somit war das von der ÖDP angestoßene Volksbegehren in Bayern ein voller Erfolg, das nach Meinung der Partei zum Umdenken in der Gesellschaft geführt hat.

„Wir möchten uns bei allen Unterstützer als ökologisch demokratische Partei bedanken“, sagt Stephan Koch. „Sie haben das beste Naturschutzgesetz in der Geschichte Bayerns möglich gemacht.“ Der ÖDP-Kreisvorsitzende bezieht sich damit auf das neu beschlossene und gültige Naturschutzgesetz in Bayern und lobt dabei den vorangegangene Bürgerentscheid, „als das erfolgreichste Volksbegehren in Bayern aller Zeiten“.

Doch der Weg dahin war lang und steinig, wie sich Koch erinnert: „Am Anfang standen wir ganz alleine da, als wir begonnen haben Unterschriften für ‚die Bienen‘ zu sammeln“, sagt er und betont: „Wir wurden belächelt oder beschimpft.“ Dennoch: Wie sich zeigte, war eine große Mehrheit der Menschen von der Idee überzeugt. „Immer höher, schneller und immer mehr Wachstum“, kritisiert Koch und hält es für „sinnlos und zerstörerisch“. Insbesondere in der Landwirtschaft. „Wir erzeugen weltweit mehr als doppelt so viele Lebensmittel wie wir benötigen, um alle Menschen zu ernähren. Trotzdem verhungern jedes Jahr rund 8,8 Millionen Menschen“, so Koch. Lebensmittel werden seiner Meinung nach im großen Maßstab vernichtet, um Preise stabil zu halten. „In meinen Augen zeugt das von einer komplett verfehlten Agrarpolitik in Brüssel, Berlin und München und das seit Jahren.“ Sein Eindruck: „Menschen fühlen sich im „Hamsterrad des Konsums gefangen oder sich sozial ausgegrenzt weil sie zu wenig Geld haben.“

Koch sieht dagegen auf regionalen Boden positive Ansätze für ökologisches Wirtschaften: So sei müsse der Geschenkladen in Tölz unbedingt erhalten bleiben, „denn er ist eine Konsum- und Müllbremse“. Gemäß der logischen Regel „Wiederverwenden ist besser als jedes Recycling“. Koch hebt auch den „Ois ohne Laden“ als super Projekt“ hervor: „genossenschaftlich, biologisch, regional, lecker und super nett.“

„Seit 1982 sorgt die ÖDP mit zahlreichen Volksbegehren für den Erhalt der Schöpfung und des gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land“, erklärt Koch. „Die ÖDP engagiert sich auch in Brüssel. Wir beteiligen uns an der neuen Europäische Bürgerinitative ‚Rettet die Bienen‘“, sagt er und ergänzt schmunzelnd: „Nicht erschrecken, ab Herbst sammeln wir wieder Unterschriften .“ dwe

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