Jede fünfte Frührente psychisch bedingt

„Thema nicht tabuisieren“

Landkreis – 2012 sind im Landkreis 65 Menschen, davon 32 Männer und 33 Frauen, wegen psychischer Probleme vorzeitig aus dem Berufsleben ausgeschieden.

Damit sind bei Frauen jede dritte und bei Männern jede vierte aller Frührenten psychisch bedingt. Das gibt die Techniker Krankenkasse (TK) bekannt. Im Schnitt waren die Betroffenen erst 45 Jahre alt. Die TK bezieht sich auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung. 

„Termindruck, ständige Erreichbarkeit und die Angst um den Arbeitsplatz gehen an vielen Menschen nicht spurlos vorbei“, sagt mit Annette Bleher die Präventionsberaterin bei der TK in Oberbayern. Für Firmen wird es laut Bleher immer wichtiger, rechtzeitig Belastungen im Arbeitsumfeld zu erkennen und den gesundheitlichen Folgen wie Burnout oder Sucht entgegenzuwirken. „Auch sollten Führungskräfte das Thema psychische Erkrankungen nicht tabuisieren und mit ihren Mitarbeitern über die individuellen psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz sprechen“, sagt Bleher. 

Leider komme das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement noch zu kurz: Laut einer Untersuchung der Initiative Gesundheit und Arbeit kümmerten sich zwei Drittel der deutschen Betriebe bis 200 Beschäftigte und die Hälfte der Firmen bis 500 Beschäftigte nicht um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz. „Neun von zehn Unternehmen geben als Grund den Vorrang des Tagesgeschäfts an“, erklärt Bleher. Ralf Fastner

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