Führungsebene steht zu Murböck

2008 kandidierten sie noch einträchtig auf der Liste der Freien Wähler für den Kreistag, inzwischen haben sich ihre Wege getrennt. Während Josef Niedermaier zum Landrat gewählt wurde, ist der damals auf Platz 44 gesetzte Dr. Jakob Bernlochner aus Egling inzwischen von der Feuerwehrführung des Landkreises im Benehmen mit dem Landrat als Kreisfeuerwehrarzt abberufen worden.

Bernlochner war vor 14 Jahren vom damaligen Kreisbrandrat Josef Stangler zum Kreisfeuerwehrarzt bestellt worden. Nach Jahren der gegenseitigen Zufriedenheit gab der jetzige Kreisbrandrat Karl Murböck im Februar bei der Feuerwehrdienstbesprechung bekannt, dass er Bernlochner wegen des gestörten Vertrauensverhältnisses als Feuerwehrarzt abberufen habe. Der Mediziner zog vor Gericht, was ihm aber eine Niederlage einbrachte, da die Entscheidung nach Meinung der Richter rechtens war. Dies hinderte den ehrenamtlich tätigen Bernlochner nicht, in der Verhandlung schwere Geschütze teils unter der Gürtellinie gegen den ebenfalls ehrenamtlich tätigen Kreisbrandrat Karl Murböck aufzufahren. So warf er dem in Lenggries wohnenden Berufsschullehrer vor, während des Unterrichts in Bad Tölz zu „pendeln“, was jener nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen konnte. Murböck am Mittwoch beim Pressegespräch im Landratsamt: „Ich habe noch nie in meinem Leben ein Pendel benutzt.“ Mit diesem Schritt an die Öffentlichkeit wollten Landrat Josef Niedermaier, als oberster Dienstherr der Landkreis-Feuerwehr, Karl Murböck als Chef von über 3.300 Feuerwehrmännern, die Kreisbrandinspektoren Hermann John und Christian Sydoriak zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Vertrauen sei das A und O bei der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit, so Niedermaier, deshalb sei er auch allen eventuellen Vorwürfen gegen Murböck nachgegangen. Das Ergebnis sei aber eindeutig ausgefallen, die Führungsebene mit den beiden Inspektoren und den elf Kreisbrandmeistern, die wiederum ihre Wehren repräsentierten, stünden wie ein Mann hinter Murböck. Dies habe ihn bewogen, im Rahmen eines Pressegesprächs einen Schlussstrich unter die leidige Angelegenheit zu ziehen. Weitere Stellungnahmen zu eventuellen weiteren Vorwürfen Bernlochners werde es von Seiten des Amts nicht geben. In einem am Mittwoch abgesandten Fax ans Landratsamt hatte Bernlochner seine Abberufung akzeptiert und einen eventuell von ihm verursachten Imageschaden der Feuerwehren bedauert, aber auch ein weiteres Gespräch angeregt. Niedermaier lässt dazu keine Bereitschaft erkennen, auch Murböck sieht nach derart abstrusen Behauptungen keinen Gesprächsbedarf, zumal alle früheren Versuche, die Sache zu bereinigen, scheiterten. Im Vorfeld hatte es mehrere Vorstoße gegeben, Bernlochner, dessen fachliche Qualifikation nach wie vor unumstritten ist, zur Räson zu bringen.

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