Brückenbauer gewürdigt

Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen

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Tauschten sich anlässlich des Gedenktages zur Vertreibung und Deportation der ungarndeutschen Bevölkerung aus ihrer angestammten rege aus: (v.l.) Heimat Bernd Fabritius, Christian Knauer, Karolin Trautner, Georg Hodolitsch.

Geretsried – Die Regierung von Ungarn erinnert seit einigen Jahren mit einem Gedenktag am 19. Januar der Vertreibung und Deportation der ungarndeutschen Bevölkerung aus ihrer angestammten Heimat. Aus diesem Grunde lud das Generalkonsulat von Ungarn in Bayern bereits zum 4. Mal durch Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó kürzlich zu einer Gedenkveranstaltung in die Campuskirche der Katholischen Stiftungshochschule in München ein – und Geretsrieder Vertreter der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn folgten dieser.

Tordai-Lejkó begrüßte die anwesenden Gäste und wies auf die Bedeutung dieses Gedenktages hin, der heuer durch das ungarische Fernsehen aufgezeichnet wurde.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn in Bayern (LDU) war mit vier Vorstandsmitgliedern bei der Feier vertreten und wurde von mehreren Festrednern speziell begrüßt, dabei auch die Bedeutung der LDU Bayern für die Heimatvertriebenen und die Brückenbauerfunktion ins heutige Ungarn gewürdigt.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, überbrachte die Grüße der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Bundesinnenministers Horst Seehofer. Er erwähnte in seiner Ansprache die Bemühungen der ungarischen Regierung um die deutschen Minderheiten und erklärte, dass Ungarn bisher das einzige Land in Europa ist, das die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus ihrer Heimat bedauert und sich dafür entschuldigt hat.

Für die bayerische Seite beeindruckte mit ihrer Ansprache die Staatssekretärin Karolina Trautner in Vertretung von Sozialministerin Karolin Schreyer. Und als Festrednerin war Ibolya Hock-Englender, die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen aus Fünfkirchen/Pecs, zu diesem Gedenktag angereist. In ihrer Rede ging sie mit praktischen Beispielen auf das heutige Bekenntnis der Deutschen in Ungarn für deren Deutschtum und das Engagement für die Parlamentswahlen ein. Mit Emmerich Ritter haben sie im Ungarischen Parlament einen eigenen Abgeordneten.

Der junge Historiker und Germanist Viktor Pócsik konnte in seinem Vortrag die Bedeutung der Ungarndeutschen in der ungarischen hohen Kultur interessant mit Namen bekannter Persönlichkeiten – etwa dem Komponisten Franz Liszt oder Imre Steinl, den Baumeister des ungarischen Parlamentsgebäudes – darstellen.

Das ungarische Fernsehen zeichnete Interviews mit den Festrednern und auch mit dem Landesvorsitzenden der LDU Bayern, Georg Hodolitsch, auf. Dabei wurde der Geretsrieder über die Verbindungen zu den Deutschen in Ungarn und den Aktivitäten der LDU befragt. Der zog ein positives Fazit: „Für unsere Landsmannschaft war das ein würdiger Gedenktag der ungarischen Geschichte.“. tka

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