Filmsongs und ein Wunderlied

Gerd Baumann und Band spielen trotz Wasserschaden im Hinterhalt

Live-Stream im Geltinger Hinterhalt
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Trat mit seiner Parade zum zweiten Mal im Hinterhalt auf: Gerd Baumann (l.) und Flurin Mück.

Gelting - Film- und Dreiviertelblut-Musiker Gerd Baumann spielt auf der Kulturbühne Hinterhalt, trotz Wasserschaden in der Wirtschaft.

Wie im Gelben Blatt berichtet, musste die Livestream-Konzertreihe des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL) Ende August wegen eines Wasserschadens in der Kulturbühne Hinterhalt abgebrochen werden. Obwohl die Sanierung noch nicht durchgeführt ist, kam es nun doch zu einer Fortsetzung mit Filmmusiker Gerd Baumann.

Ob „Wer früher stirbt ist länger tot“, „Sommer in Orange“, „Beste Zeit“ oder „Beste Gegend“: Wer die Filme von Marcus H. Rosenmüller kennt, dem bleiben auch die von Gerd Baumann komponierten Soundtracks in Erinnerung. Viele kennen den 53-Jährigen zudem als Bandmitglied von Dreiviertelblut oder als Musiker beim Nockherberg-Singspiel.

Nach einem ausverkauften Hinterhalt-Auftritt vor einem Jahr kehrte das Multitalent nun mit seiner Band Parade unter völlig anderen Voraussetzungen nach Gelting zurück. Denn aufgrund der coronabedingten Vorgaben waren gerade einmal 25 Besucher zugelassen. Zudem standen die infolge eines Wasserschadens kaputten Sanitäranlagen im Kellergeschoss nicht zur Verfügung, sodass Zuhörer in die Toiletten eines Unternehmens im Obergeschoss ausweichen konnten.

„Wir waren überrascht, dass Gerd trotz dieser Widrigkeiten sofort sein Kommen zugesagt hat“, freute sich Hinterhalt-Betreiberin Assunta Tammelleo. Unterstützt wurde Baumann von dem Jazz-Kontrabassist Benjamin Schäfer, der in der Kulturbühne schon mehrmals mit Bands wie Balloon Pilot oder max.bab seine Virtuosität unter Beweis gestellt hatte. Dazu passten die Improvisationen des amerikanischen Pianisten Sam Hylton und das virtuose Schlagzeugspiel von Flurin Mück.

Neben Liebesballaden wie „Martha“ und fetzigen Songs wie „Banana Jack“ blieb auch Zeit für Lesungen aus Baumanns Gedichtband „Das Schaf des Pythagoras“. Mit dem „Wunderlied“ aus dem Film „Sommer in Orange“ fand die Livestream-Aufzeichnung dann einen würdigen Abschluss. Für die laut applaudierenden Konzertbesucher gab’s als nicht online zu sehenden Bonus noch eine viertelstündige Zugabe mit einem „Revival-Schunkel-Schieber“, der sich aufgrund coronabedingter Abstandsregelungen allerdings nur eingeschränkt genießen ließ.

Dass das Fortbestehen der Kulturbühne Hinterhalt gefährdet ist, lässt auch Gerd Baumann nicht kalt. „Das ist ein besonderer Laden, in dem man mal gewesen sein muss“, empfahl er dem Livestream-Publikum vor den Bildschirmen. Peter Herrmann

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