„Ohne uns wird’s still“

Kulturverein Isar-Loisach beteiligt sich an bundesweiten Protest

Geisterhaus Geltinger Hinterhalt
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Geisterhaus Geltinger Hinterhalt: Der zweite Lockdown trifft auch die Kulturbühne Hinterhalt hart.

Gelting/Wolfratshausen – Mit ungewöhnlichen Aktionen machten Künstler am Montag in ganz Deutschland auf ihre prekäre Situation aufmerksam.

Dem Protestaufruf der Münchner Philharmoniker folgte auch der Kulturverein Isar-Loisach.

Die Szenerie in der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt gespenstisch: Spinnweben ziehen sich über Schlagzeug, E-Gitarre und Bass. Auf den verlassenen Tischen liegen leere Weinflaschen und Gläser. Gesang und Musik sind nicht mehr zu hören. Der Filmproduzent Thorsten Thane und Tontechniker Marius Hammerschmied übertrugen dieses düstere Zukunftsvision nun per Livestream ins Internet. Zu sehen ist der Clip auf dem Youtube-Kanal der Kulturbühne Hinterhalt.

Bei einem Pressegespräch erklärte Assunta Tammelleo nun Sinn und Zweck der Aktion. „Sang- und klanglos wird die Welt sein, wenn nicht gespielt, getanzt, gefilmt, gehört, geschaut, gezeichnet, gemalt und gestaunt werden darf“, erklärte die KIL-Vorsitzende.

Hans-Peter Huber, Mitglied der Münsinger Blasmusikband Tromposaund und Konzertveranstalter, sieht das genauso. „Das bayerische Brauchtum ist sinnlos ohne Musikgruppen“, stellt er fest. Ob die seit März vom Kulturverein Isar-Loisach veranstalteten Livestream-Aufzeichnungen eine sinnvolle Alternative sind, bleibt in der Künstlerszene umstritten. So sagte der aus Funk und Fernsehen bekannte Kabarettist Helmut Schleich jüngst bei einem Auftritt in der Kulturbühne mit dem Hinweis ab, er könne dabei nichts verdienen. Kollegen wie etwa Christian Springer wussten dieses Forum dagegen zu nutzen, zumal die Aufzeichnungen immer noch im Internet zu sehen sind und sich auch zu Werbezwecken verwenden lassen.

Tammelleo will die Livestream-Reihe auf jeden Fall fortsetzen – auch wenn damit ihre Unkosten kaum gedeckt werden können. Denn die Zuschauer, die vor dem zweiten Lockdown auch in geringer Anzahl in der Kulturbühne zugelassen waren, können auf freiwilliger Basis Spenden für die Musiker und Techniker entrichten. „Ich habe es leider manchmal erlebt, dass von 25 angemeldeten Besuchern gerade mal die Hälfte erschienen ist“, bedauert die Hinterhalt-Wirtin. Bei einigen Konzerten überschreitet der Spendenbeitrag nicht einmal die 100-Euro-Grenze.

„Die Depression hat bei uns aber noch nicht Einzug gehalten“, gibt sich die 59-Jährige kämpferisch. Mit der Eröffnung des Kunstturms am Wolfratshauser Schwankl-Eck hat der KIL zwar vor einigen Monaten eine weitere Auftrittsmöglichkeit geschaffen. „Zu einem schlechteren Zeitpunkt hätten wir das Ganze aber nicht eröffnen können“, bedauert Lichttechniker Günter Klügl. Aufgeben kommt für ihn und andere KIL-Mitglieder jedoch auch in der Lockdown-Krise nicht infrage. Peter Herrmann

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