Soundtrack für dunkle Tage

„Lovebrain und Discotäschchen“ mit düsterer Musik

Posaunist Mathias Götz (r.) vertonte mit seinem Ensemble Sound-Ideen zu Filmen.
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Posaunist Mathias Götz (r.) vertonte mit seinem Ensemble Sound-Ideen zu Filmen.

Gelting – Anspruchsvolle Instrumentalmusik bekamen jüngst die Hörer eines vom Kulturverein Isar-Loisach veranstalteten Livestream-Konzerts in der Kulturbühne Hinterhalt geboten.

Mathias Götz vertonte seine Eindrücke zu verschiedenen Filmen.

„Die meisten Stücke entstanden, als ich irgendwo auf Tour im Hotelbett lag und den Fernseher eingeschaltet habe“, erklärte Bandleader Mathias Götz zu Beginn des Konzerts. Um seine musikalischen Ideen zu Filmen wie „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ von Fritz Lang, „Deadman“ von Jim Jarmusch, dem australischen Horrorthriller „Wolf Creek“ oder zum japanischen Erotikstreifen „Im Reich der Sinne“ umzusetzen, hat der Posaunist ein Ensemble mit dem etwas irreführenden Namen „Lovebrain und Discotäschchen“ zusammengestellt.

Begleitet von den beiden Geigerinnen Evi Keglmaier und Maria Hafner sowie dem Bratschisten Andreas Hirth, dem Schlagzeuger Flurin Mück und dem Geretsrieder Lokalmatadoren Benjamin Schäfer am Kontrabass entstanden abwechslungsreiche Kompositionen. So vermischten die Musiker Elemente aus Kinderliedern, arabischer und osteuropäischer Folklore, bayerischer Bierzeltmusik, Easy Listening und anspruchsvollen Free-Jazz. Zwischendurch warf Götz auch Instrumente auf den Boden, um eigenartige Klänge zu erzeugen.

Wie gebannt blickten die Zuhörer auf die Bühne und forderten am Ende des 70-minütigen Auftritts eine Zugabe. Da das Song-Repertoire des Ensembles zu diesem Zeitpunkt jedoch aufgebraucht war, erfüllte die Band mit der Wiederholung ihr „Dead Man“-Variation noch den Wunsch eines Konzertbesuchers und verpassten dem von Neil Young komponierten Original-Soundtrack erneut ein eindrucksvolles Klanggewand. Dank der technischen Unterstützung des Filmproduzenten Thorsten Thane und des Tontechnikers Hendrik Noeller kam die Aufzeichnung wie schon bei den vorherigen Livestream-Veranstaltungen in beeindruckender Bild- und Tonqualität in den Wohnzimmern an. Peter Herrmann

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