Gelungene Premiere

Kulturbühne Hinterhalt präsentiert Livestream-Lesung von Dr. Pablo Hagemeyer

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Unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Dr. Pablo Hagemeyer ließ seine Lesung im Hinterhalt aufzeichnen und ins Internet übertragen.

Gelting – In Zeiten der Corona-Krise nutzen viele Künstler und Autoren die Möglichkeiten des Internets, um mit Auftritten ihr Publikum zu erreichen. Nun entschloss sich auch die Kulturbühne Hinterhalt in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Isar-Loisach, dem Verlag Eden Books und privat engagierten Helfern, eine Lesung des renommierten Psychotherapeuten Dr. med. Pablo Hagemeyer aufzuzeichnen, professionell zu bearbeiten und ins Netz zu stellen.

Seit dem 3. April ist das im Verlag Eden Books erschienene Buch „Gestatten, ich bin ein Arschloch“ im Handel erhältlich. Geschrieben hat es der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Pablo Hagemeyer, der darin zum Teil recht amüsante Handlungsempfehlungen im Umgang mit Narzissten gibt. „Narzissmus ist gut behandelbar, aber nicht heilbar“, behauptet der Familienvater. Unumwunden gibt er zu, selbst von dieser Persönlichkeitsstörung betroffen zu sein. Anhand von Beispielen aus dem Alltag mit seiner Frau und zwei Kindern sowie des fiktiven Paars Tina und Tom gibt er Tipps, wie Beziehungen zu retten sind. „Denn Narzissten haben keine Freunde, nur Fans“, erklärt der Psychologe. Zudem verfasste er einen Persönlichkeitstest mit entlarvenden Fragen. Wer sie zum größten Teil bejaht, kann sich einen Narzissten nennen.

Die Lesung war schon vor einigen Monaten geplant und sollte eigentlich im Verhandlungssaal des Amtsgerichts in Wolfratshausen stattfinden. Dort hatte der Kulturverein Isar-Loisach zuvor schon Lesungen und eine Filmvorführung veranstaltet. Aufgrund der während der Corona-Krise erlassenen Ausgangsbeschränkungen und des Versammlungsverbotes entschied sich der KIL nun zu einer anderen Darstellungsform.

Erstmals in der 29-jährigen Geschichte der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt, wurde dort eine Veranstaltung ohne Publikum aufgeführt und für das Internet aufgezeichnet. „Das war im ersten Moment schon ein komisches Gefühl: Es fehlte das Echo des Publikums“, gestand Hagemeyer nach der rund 50-minütigen Lesung. Für die Umsetzung sorgten der Wolfratshauser Lichtdesigner Günter Klügl, Tontechniker Hendrik Noeller und der Filmproduzent Thorsten Thane sowie die Firma ELS-Systems. Da sich während der Aufführung nur der Lesende, zwei technische Helfer sowie zwei KIL-Mitglieder und einige Journalisten im Hinterhalt verteilten, konnte der Sicherheitsabstand ohne Probleme eingehalten werden. Auch Desinfektionsmittel, Mundschutz und Plastikhandschuhe standen bereit.

„Man muss während der Corona-Krise nicht in Schockstarre verharren und kann mit der Hilfe von privaten Künstler-Initiativen sehr wohl gesellschaftliche Veranstaltungen durchführen“, betonte KIL-Vorsitzende Tammelleo nach der Aufzeichnung. Sie verwies darauf, dass von den bezahlten Kulturbeauftragten in den umliegenden Städten während der Corona-Krise bisher keine Ideen zur Umsetzung von alternativen Angeboten kamen. Trotz der gelungenen Premiere war allen Beteiligten klar, dass diese Form von Auftritten nur eine Notlösung sein kann.

Die Hoffnung bleibt daher, dass im Hinterhalt und an anderen Orten bald wieder gut besuchte Konzerte und Kabarettveranstaltungen stattfinden können. Bis dahin gilt: „Künstler können Internetauftritte auch als Werbespots für kommende Veranstaltungen nutzen“, wünscht sich Tammelleo. Peter Herrmann

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Information: Die Lesung von Dr. Pablo Hagemeyer ist im Internet auf www.youtube.com auf dem Kanal „Hinterhalt“ abrufbar. Genaue Adresse: www.youtube.com/watch?v=IVIZHNMdvtk&feature=youtu.be. Hagemeyers Buch „Gestatten, ich bin ein Arschloch!“ ist zum Preis von 16,95 Euro Online in regionalen Buchhandlungen sowie über den Versandhandel www.amzon.de erhältlich.

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