Abwasser auf der Straße

Gemeinde Dietramszell teilt sich Reparaturkosten des Isardükers mit Telekom

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Abwasser abpumpen in Ascholding.

Ascholding – Bis zu viermal täglich sind die Spezial-Lkw der Eglinger Firma Bauer derzeit auf der Straße, um die Ascholdinger Abwässer zu entsorgen. „Bei rund 1.200 Einwohnern kommt schon etwas zusammen“, meinte dazu ein Mitarbeiter des Transport-Unternehmens, als er am Montagmorgen einmal mehr den Sammler am Ende der Isarstraße entleerte. Entweder werden die Abwässer derzeit zum Sammler bei Bairawies verbracht, von wo sie über den Kanal an der Tattenkofener Brücke via Geretsried zum Klärwerk Weidach gepumpt werden oder sie werden per Lkw direkt ins Klärwerk gebracht. „Von den Kosten ist das relativ gleich. Das mehr, was für den längeren Transportweg auf der Straße fällig wird, verbrauchen wir auf der anderen Seite an Energie für die erhöhte Pumpleistung“, erklärte die Dietramszeller Bürgermeisterin Leni Gröbmair.

Zur Erinnerung: Ein Isar-Hochwasser Ende Mai hatte nicht nur den drei Meter tief im Flussbett vergrabenen Düker des Ascholdinger Kanals abgerissen, sondern zudem die DSL-Leitung der Telekom und damit für ein paar Tage lang den Ort vom „World-wide-Web“ abgeschnitten. Behelfs einer Notmaßnahme führt seit dem unglücklichen Zwischenfall nun ein provisorisches Kabel über die Isar, der Kanalinhalt muss auf dem Weg über die Straßen entsorgt werden.

„Glücklicherweise ist jetzt bei der Telekom von oben das Okay gegeben worden, dass wir gemeinsam die zerstörten Leitungen wieder Instand setzen können. Das macht für die Gemeinde schon einen erheblichen Unterschied aus, ob wir die Unkosten der schwierigen Reparatur aufteilen können, oder aber hätten alleine stemmen müssen“, führt die Rathauschefin dieser Tage aus. Die zeitliche Verzögerung ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die defekte Anlage inmitten des Naturschutzgebiets liegt. Für die Reparatur muss aber schweres Gerät herangeschafft werden. Dafür muss erst einmal ein Weg in den Isarauen gebahnt werden. Dazu ist aber das Placet der Oberen bayerischen Naturschutzbehörde notwendig. Auch wenn der Gemeinde bereits signalisiert wurde, dass das wohl in Ordnung geht, das endgültige okay aus München steht noch aus. „Derzeit laufen die Maßnahmen über das so genannte ,Notwege-Recht‘. Wir sind bereits so weit, dass wir von beiden Seiten, also auch von Geretsried aus, zu der entsprechenden Stelle fahren können.“

Laut Auskunft vom Wasserwirtschaftsamt bewege sich das Flussbett bei einem Hochwasser bis zu zwei Meter in der Höhe. Da aber der zuvor drei Meter tief gelegene Düker abgerissen wurde, sei nun geplant ihn fünf Meter tief unter dem Isarboden einzugraben. „Unser Ingenieurbüro ist bereits dabei, die Reparatur-Maßnahme zu planen. Das wichtigste derzeit ist, dass wir wegen der geplanten Tiefe neue Bodenproben nehmen können. Das heißt wir müssen vom Isarufer aus bis zu zehn Meter tief graben“, führt Gröbmaier aus. Auch wenn die Ausnahmegenehmigung für die Maßnahme sicher kommen werde, will der Naturschutz sicher gehen, dass nicht mehr als unbedingt notwendig ausgeschnitten wird. Es wurde sogar eine neue Trasse über den Ortsteil Tattenkofen geprüft. „Aber das würde insgesamt nichts ändern, denn auch dabei landet man am Ende wieder im Naturschutzgebiet.“

Insgesamt hofft die Rathauschefin, „dass wir mit der Gesamtmaßnahme unter der Millionengrenze bleiben können.“ Zudem soll das Ganze noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Das hänge freilich auch von den Firmen ab, die derartige Leitungen unter der Isar „durchschießen“ können. „Wir tun alles dafür, dass die notwendigen Arbeiten mit schwerem Gerät noch im Spätherbst erfolgen können. Das ist auch für die Natur besser, da in dieser Zeit die Vegetation eher ruht und im kommenden Frühjahr könnte dann wieder Gras über die Sache wachsen.“Ewald Scheitterer

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