„Neuer“ gleicht dem „Alten“

Gemeinde Wackersberg hält an Projekt Einheimischen-Modell fest

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Die neue Vorstandschaft des Tölzer Tennisclubs mit (v.l.): 2. Vorsitzender Markus Kuhlbars. 1. Vorsitzender Klaus Koblenzer, Schriftführer Andreas Koblenzer, Kassier Christina Rauber, Jugendwart Martin Stange und Sportwart Patrick Meister.

Bad Tölz – Große Überraschung beim Tölzer Tennisclub: in der Mitgliederversammlung am Montagabend im Clubheim wurde die bisherige Vorstandschaft mit Florian Rasch an der Spitze abgewählt und durch ein neues Team mit Klaus Koblenzer als 1. Vorsitzenden ersetzt. Hintergrund dürfte der von Rasch forcierte Bau einer Tennishalle auf den clubeigenen Plätzen sein, der bei einer Reihe von Mitgliedern auf Skepsis stößt. Rasch war vor vier Jahren als Nachfolger von Anton Fischhaber angetreten, ihm zur Seite standen langjährige Vorstandsmitglieder wie Daniel Rothemund (15 Jahre) oder Susi Willibald (36 Jahre).

Schon im Vorfeld der Versammlung war unter den 284 Mitgliedern gemunkelt worden, dass der bisherige Jugendwart und kommissarische Sportwart Klaus Koblenzer, der zudem als bezahlter Trainer für den Club tätig ist, das Vorstandsamt anstrebe. Zudem herrschte Unruhe wegen der vor zwei Jahren erstmals vorgestellten Halle, die von der Tennisschule AignerKarner aus Holzkirchen auf der Tölzer Anlage errichtet und betrieben werden soll. Florian Rasch setzte das Thema deshalb auf die Tagesordnung und wollte darüber abstimmen lassen. Dazu hatte er einen Vertrag ausgearbeitet, der vorsah, dass die beiden Tölzer Clubmitglieder Peter Aigner und Jernej Karner die Kosten für das zunächst einmal notwendige Bodengutachten in Höhe von mehreren Tausend Euro übernehmen, sofern die Tennishalle an der Allgaustrasse realisiert wird. „Der Vertrag ist unterschriftsreif“, so Rasch, der im brechend vollen Clubhaus 72 Mitglieder begrüßen konnte.

Das Ganze ging den bislang über die Details wenig informierten Mitgliedern und auch der künftigen Vorstandsmannschaft um Klaus Koblenzer aber zu schnell, so dass man zuerst darüber abstimmte, die Abstimmung zu verschieben. Danach regte der frühere 2. Vorsitzende Jürgen Schäffenacker erneut an, einen Hallenausschuss ins Leben zu rufen, der sich über die Machbarkeit und die Kosten des Vorhabens informiert. Im Laufe des Abends kristallisierte sich heraus, dass in Zusammenhang mit dem Winterbetrieb einer Halle das 1980/81 in Eigenleistung errichtete Clubhaus saniert werden müsste und auch die Plätze an sich „in sehr schlechtem Zustand sind“, wie Hans Sebald bemängelte. Ein Problem ist auch, ausreichend Wasser für die Bewässerung der Anlage in heißen Sommern vorzuhalten.

Darüber will sich nun die neue Vorstandschaft Gedanken machen und zeitnah die Mitglieder über die finanziellen Auswirkungen informieren.

Zuvor hatte Susi Willibald, seit 36 Jahren für die Finanzen des TC Rot-Weiß Bad Tölz zuständig, ein Plus von 5.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr und ein Gesamtvermögen von 46.000 Euro ausgewiesen, von dem man aber einen großen Teil für den laufenden Spielbetrieb benötige.

Vor den Wahlen, die von Hans Rührmair geleitet wurden, erklärten sowohl 2. Vorsitzender Daniel Rothemund als auch Susi Willibald, dass sie nur mit Florian Rasch als 1. Vorsitzenden weitermachen wollen. Als Alternative präsentierte Klaus Koblenzer seinen Bruder Andreas Koblenzer (bisher schon Schriftführer), Markus Kuhlbars als 2. Vorsitzenden, Christina Rauber als Kassier, Patrick Meister als Sportwart und Martin Stange als Jugendwart (unterstützt von Andy Falkner). Von den 71 stimmberechtigten Mitgliedern entfielen dann bei fünf Enthaltungen 18 Stimmen auf Florian Rasch, 48 auf Klaus Koblenzer. Die weiteren Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimmen per Akklamation gewählt.

Florian Rasch zeigte sich sichtlich betroffen vom Ergebnis, dankte seinen langjährigen Mitstreitern und meinte, an die neue Führung gerichtet: „Macht‘s es g‘scheid!“ Klaus Koblenzer, der zuvor mehrfach ein von der bisherigen Vereinsführung zu verantwortendes Informationsdefizit bemängelt hatte, sicherte zu, sich über die Gesamtsituation des Clubs einen Überblick verschaffen zu wollen. Auch er sei für die Halle, „aber nicht um jeden Preis.“ Sein Bruder Andreas hat zuvor zum Thema Tennishalle gemeint: „Es wäre fahrlässig, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Die neue Vorstandschaft muss dahinterstehen.“ bo

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