Optik und Verkehr

Gemeinderat befasst sich mit diversen Bauvorhaben

Schild Gaißacher Bahnhofstraße
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Die Gaißacher Bahnhofstraße, die jüngst Thema war, führt auch am Rathaus vorbei.

Gaißach – Nicht nur Großprojekte wie Stuttgart 21 lassen Köpfe rauchen. Manchmal auch im Kleinen, wenn etwa bei zwei bestehenden Doppelhaushälften eine Partei groß erweitern möchte und die andere eben nicht.

Mit solch einer schweren Geburt an der Bahnhofstraße in der Mühl befasste sich jüngst der Gaißacher Gemeinderat.

Egal wie oft die Gemeinderäte das Bauvorhaben mit seinen Varianten drehten und wendeten, heraus kam stets das gleiche Szenario, das hinsichtlich der Gestaltung mit einer ansprechenden Optik nicht mehr viel zu tun hatte. Mit so einer schlecht abgestimmten „baulichen „Landschaft“ (Josef Bauer) konnten er und andere Gemeinderäte sich überhaupt nicht anfreunden.

Am Schluss lehnte das Gremium den Vorbescheidsantrag einstimmig ab. Die Verwaltung beschloss, sich mit den zwei Eigentümern an einen Tisch zu setzen, um kreativ nach einer gemeinschaftlichen Gesamtlösung zu suchen. Grundsätzlich unterstützen möchte die Gemeinde solche Erweiterungsbauten durchaus, weil es hier auch darum geht, benötigten Wohnraum für Einheimische bereitzustellen.

Drei weitere Bauvorhaben in der Lenggrieser Straße, am Kranzer und in Dorf (Sanierungen, Teilabrisse und Erweiterungen vom Bestand) wurden vom Gemeinderat hingegen mit verschiedenen Auflagen befürwortet. Hier ging es um Abstandsflächen, Stellplätze und andere baurechtliche Formalien, aber auch darum, dass dabei im Ergebnis etwas nicht zu Massives und gestalterisch Stimmiges, eben etwas „Ruhiges“ (Susanne Merk) herauskommt.

Und dann ging es auch noch einmal um die Einmündung des schmalen Scharwinkelweges in die vorfahrtsberechtigte Sonnwiesstraße am nördlichen Ortseingang von Mühl, wo die Fahrzeuge von Dorf den Berg hinunter meist ziemlich flott daherkommen. Dort ist vom Bauherrn eine neue Hecke angepflanzt worden, die das für die Verkehrssicherheit erforderliche Sichtdreieck einschränkt.

Dazu hat jetzt ein Ortstermin mit allen Anliegern stattgefunden, bei dem deutlich wurde, dass ein Spiegel lediglich eine „trügerische Sicherheit“ (Polizist Alois Grünwald) schaffen würde. Seine klare Festlegung: „Die Hecke muss zurückgesetzt werden.“ Dem hat auch der Betroffene bereits zugestimmt. Susanne Merk wies darauf hin, dass es im Dorf mehrere vergleichbare „neuralgische Punkte“ mit schlechten Sichtverhältnissen gäbe, um die man sich kümmern sollte. Sie regte an, man solle Bauwerber grundsätzlich für dieses Thema vorab sensibilisieren.

Rainer Bannier

Lesen Sie hier: Gaißach tritt nicht dem Landschaftspflegeverband bei

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