Keine Querungshilfe

Gemeinderat Königsdorf: Verkehrsschau verspricht wenig Entlastung

+
Die fehlende Querungshilfe über die Hauptstraße in Höhe der Bäckerei Stelmaszek bleibt ein Ärgernis in Königsdorf.

Königsdorf – Die von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) Königsdorf geforderte Querungshilfe an der B 11, Höhe Bäckerei Stelmaszek, fällt auch diesmal durch das Maßnahmen-Raster: Für eine Mittelinsel oder Ampel fehlt es laut Untersuchungen des Staatlichen Bauamtes Weilheim schlichtweg an den nötigen Querungszahlen.

Darüber hinaus soll es im Ergebnis der diesjährigen Verkehrsschau, die einmal pro Jahr durchgeführt wird, auch keine Geschwindigkeitsbeschränkung in der Boschstraße auf 30 km/h geben. Ebenso rät die Polizei von der Anbringung eines Verkehrsspiegels an der Einmündung Niederhamer in die Osterhofener Straße sowie in Schwaighofen ab.

Neuralgische Punkte lassen sich nicht einfach schönreden, und auch Zahlen lindern nicht die Schmerzen, die in erster Linie Vertreter der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) plagen. „Wir können nicht oft genug auf eine fehlende Querungshilfe im nördlichen Bereich der B 11 hinweisen“, monierte UBL-Vertreterin Marlies Woisetschläger jüngst in der Gemeinderatssitzung.

Eine mögliche Querungshilfe für Fußgänger an der Bäckerei Stelmaszek gehörte ebenso zu den Fragestellungen der diesjährigen Verkehrsschau wie Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Spiegelinstallationen. Einmal im Jahr treffen sich Mitglieder von Fraktionen gemeinsam mit dem Bürgermeister, Mitarbeitern des Bauamts sowie der Geretsrieder Polizei, um Anträge von Bürgern und Gemeinderäten zu besprechen.

Eine Ampel oder wenigstens eine Mittelinsel an der Ortsausfahrt Richtung Geretsried war immer wieder mal von der UBL gefordert worden. Dem damaligen Gemeinderat blieben nicht viel mehr Optionen, als das Staatliche Bauamt Weilheim um Unterstützung zu ersuchen. Mit ernüchterndem Resümee: „Die Untersuchung ergab viel zu geringe Querungszahlen“, erklärte Stefan Bauer vom Technischen Bauamt Königsdorf. Für die Genehmigung einer Mittelinsel beispielsweise seien 50 Fußgänger und einer Ampel mindestens hundert Fußgänger in der Spitzenstunde notwendig. Zudem sei die benötigte Straßenbreite für eine Mittelinsel nicht gegeben, ergänzte Bauer. Die vorhandene Straßenbreite beträgt laut Untersuchung acht Meter. Mit Querungshilfe müsste eine Straßenbreite von 9,50 Metern gegeben sein, „plus beidseitigen Gehweg“. Die 9,50 Meter ergeben sich laut Bauer aus zweimal 3,75 Metern für je eine Straßenseite zuzüglich zwei Metern für die Mittelinsel.

„Ein gallisches Dorf in Oberbayern“

Zahlen, die UBL-Gemeinderat Bernhard Woisetschläger nicht einfach so hinnehmen wollte: „Es ist traurig und frustrierend, dass die Fachbehörde in Weilheim kein Einsehen hat.“ Ob die Messparameter und Grenzwerte denn auch die richtigen seien, hakte Georg Stöckl (UBL) nach. Vielleicht sollte man endlich mal ein illegales Schild aufstellen, schließlich gebe es ja die Notwendigkeit einer Querungshilfe unabhängig von der Gesetzeslage. „Ein gallisches Dorf in Oberbayern“, fügte Woisetschläger hinzu.

Rathauschef Rainer Kopnicky griff in die Diskussion ein: Dass die Erhebungen der Fachbehörde unbefriedigend für die Bewohner von Königsdorf sind, stellte Kopnicky außer Frage. Dennoch lägen einmal die viel zu geringen Fallzahlen vor, an denen man sich orientieren müsse. Eine rechtswidrige Beschilderung lehnte er ab.

Schützenhilfe bekamen die UBL-Vertreter von Hans Hartl (CSU). „Mir ist es unverständlich, dass man so viele Risiken für Fußgänger in Kauf nehmen muss.“ Stöckl brachte die Ampel weiter oben an der Sparkasse über die B 11 ins Gespräch: „Wenn ich es richtig verstehe, würden wir die unter den heutigen Gegebenheiten gar nicht mehr bekommen.“ Dabei stelle heute keiner mehr in Frage, wie wichtig diese Ampel sei, allein schon, wenn man an die vielen Kinder denke, die täglich ihren Schulweg mit Hilfe der Ampel über die Hauptstraße bestritten. Stefan Bauer versprach, noch einmal im Staatlichen Bauamt Weilheim nachzuhaken.

Keine 30-Zone

Neben der Querungshilfe über die B 11 mussten die Teilnehmer der Verkehrsschau auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich der Boschstraße/Steinbruch auf 30 Stundenkilometer ablehnen. In der Begründung hieß es, dass für die Anordnung einer 30-Zone die dafür notwendigen Gehwegwege fehlten. Eine Geschwindigkeitsmessung der Gemeinde habe zudem ergeben, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit nur bei 25 km/h läge. Ohnehin würden die Straßen bevorzugt von Anwohnern benutzt.

Ebenso lehnten die Vertreter die Anordnung eines Verkehrsspiegels an der Einmündung Niederhamer in die Osterhofener Straße sowie an der Einmündung Schwaighofen in die TÖL 6 ab. Weitere Anträge von Bürgern bezogen sich auf die Vorfahrtsregelung an der Sägstraße/Rossmoosweg sowie eine beschränkte Durchfahrt durch den Carossaring.

Kopnicky versprach, die Ergebnisse der diesjährigen Verkehrsschau zeitnah zu veröffentlichen: „Die Bürger sollten sich informieren können.“ Darüber hinaus habe jeder Einwohner die Möglichkeit, Anträge zu stellen. Diese würden zusammengefasst und einmal pro Jahr im Rahmen der Verkehrsschau berücksichtigt.

Sandra Gerbich

Auch interessant

Kommentare