Unausgegorene Pläne

Gemeinderat lehnt Riesen-Wohnanlage auf der abgebrannten Reitschule ab

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Die ehemalige Reitschule soll keine Ruine bleiben. Wohnungen sind wünschenswert, aber die Bebauung soll maßvoll bleiben, findet der Gemeinderat.

Icking – Es war ein erster Vorstoß für die Wiederbebauung der im Juli total niedergebrannten ehemaligen Reitschule am Isarweg. Mit seinen Plänen für eine Riesen-Wohnanlage ist der Rosenheimer Unternehmer Johann Abfalter beim Ickinger Gemeinderat abgeblitzt.

„Viel zu massiv“ hieß es unisono. Auf Ablehnung stieß besonders eine dreistöckige Wohnanlage mit 44 Wohnungen im südlichen Teil. Im nördlichen Teil möchte Abfalter ein Bürogebäude bauen. Auch den Waldorf-Kindergarten und einen kleinen Veranstaltungssaal möchte er noch unterbringen. Und eine Lagerhalle, die später als Abfüllanlage für das Ickinger Quellwasser umgenutzt werden könnte. Denn Abfalter ist der Inhaber der Mineralwasserfirma „St. Leonhard“.

„Überdimensioniert und unausgegoren“ urteilte Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative). Das Mischkonzept mit Wohnungen, Kindergarten, Büro und Gewerbe tat sie als „ein Kessel Buntes“ ab. Vor einer Größenordnung wie der neue Ickinger Supermarkt an der B11 warnte Matthias Ertl (PWG). Christian Mielich (SPD/Grüne) schüttelte angesichts des „Riesenbaus in sensibler Lage“ den Kopf. Zweifel wurden laut, dass der steile Isarweg überhaupt all die Autos aufnehmen könne, vor allem weil sie an der Engstelle an der Kirche mittels Vorfahrtschildern oder Ampel aneinander vorbeifahren sollen. Viel Zufahrtsverkehr wäre allerdings auch für den Fall zu erwarten, dass Abfalter den Reitstall wieder aufbaut, für den er das Baurecht besitzt.

Der Unternehmer betonte, dass er jungen Familien mit erschwinglichen Wohnungen nur dienlich sein wolle und der Gemeinde eine Mitsprache bei der Vergabe einräumen wolle. Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) sagte, dass es heute nur darum gehe, dem Eigentümer ein Feedback zur weiteren Planung zu geben. Sie erinnerte an die Bürgerversammlung, in der mehrfach der Wunsch nach bezahlbaren Wohnungen laut geworden war.

Eine längere Diskussion führte nicht recht vorwärts. Einigkeit bestand nur insofern, dass man im nördlichen Teil mit den Büros beginnen könne und alle Gebäude nicht mehr als zweistöckig sein dürften. Mit dem Rat, seine Pläne deutlich abzuspecken, musste Abfalter den Heimweg antreten. ha

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