Kleines Schwimmbad, hohe Summe

Generalsanierung des Lehrschwimmbeckens in der Tölzer Real- und Förderschule kostet 3,1 Millionen

Tölzer Realschule im Bau
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Sanierung unumgänglich: Die Statik des Tölzer Realschulgebäudes verteilt sich auf die terrassenförmigen Baukörper.

Bad Tölz – Der Kreis-Schul- und Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Sanierung des Lehrschwimmbeckens in der Real- und Förderschule Bad Tölz zu stemmen. Gesamtkosten belaufen sich auf knapp sechs Millionen Euro.

Der Prüfbericht über die Sanierung des Lehrschwimmbeckens ist 90-Seiten dick. Das verwundert Hauptamtsleiter René Beysel eigentlich nicht: „Die Betonschädigung ist teilweise erheblich und hat sich seit der letzten Untersuchung stark verschlechtert“, betonte er.

Wie berichtet, offenbarten sich zu Beginn der Teilsanierung des Zwischenbaus sowie dem Einbau einer Küche an der Real- und Förderschule im vergangenen Jahr, massive Wasserschäden im Gebäude – und im maroden Lehrschwimmbecken, das sich im untersten Stockwerk befindet. Das Wort „chlorid-verseucht“ fiel und Architekt Thomas Baldauf stellte damals fest: „Die Schadstoffe gefährden die Standsicherheit des Gebäudes.“

Daher sei die Sanierung „unumgänglich“, betonte Beysel, „sonst fressen die Chloride weiter“. Die umfassenden Bauarbeiten umfassen nun eine Betonsanierung (1.4 Millionen Euro), die energetische Aufbereitung der Gebäudehülle (1.3 Millionen Euro) sowie die Instandsetzung des Schwimmbads mit 3,1 Millionen Euro. Letztere beinhalten den kompletten Abbruch sowie einer Entkernung des Beckens aus den 1970er-Jahren, das nun zeitgemäß mit einer Edelstahlwanne ausgekleidet werden soll.

Auch ohne Schwimmbad sei die Betonsanierung in Hinblick auf die Statik des Gebäudes erforderlich, ergänzte Landrat Josef Niedermaier. „Da steht die ganze Schule drauf.“ Bekanntermaßen ist die Realschule terassenförmig ins Gelände gebaut, mit darüber liegenden Baukörpern. Mut macht Beysels Prognose für die Zukunft: „Die Betonsanierung ist so angelegt, dass der Lebenszyklus nun wieder von vorne beginnt.“ In Zahlen ausgedrückt, meint der Hauptamtsleiter damit, eine Zeitspanne von mindestens 50 Jahren. „Deshalb ist es auch so teuer.“

Was die Nutzung des Schulbadetriebes anbelangt, errechnete Beysel in seiner Statistik eine „Vollnutzung“. Und neben den Schülern würden auch zahlreiche Vereine das Becken in den frühen Abendstunden nutzen, um dort ihren Schwimmunterricht abzuhalten.

Das Bad besitze mit seinen 20 auf acht Metern kein Standartmaß wie es die Förderrichtlinien heute vorschreiben, erklärte Beysel weiter. Da es sich bei dem „kleinen Schwimmbad“ aber um eine Sanierung handle, und dort auch Sportunterricht („Schwimmen lernen“) stattfinde, greife die Förderung eben doch. Beysel rechnet mit bis zu 50 Prozent vom Freistaat. Die Arbeiten am Schwimmbad sollen 2022 angepackt genommen werden.

Die Gesamtkosten im Gebäude belaufen sich auf 5,8 Millionen Euro und werden deshalb vorbehaltlich auf die Haushalte 2022 und 2023 aufgeteilt. Daniel Wegscheider

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