Neues Sudhaus notwendig

Generalversammlung der Klosterbrauerei Reutberg lockt 1.700 Anteilseigner

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Über 1.700 der 5.218 Mitglieder der Klosterbrauerei Reutberg waren zur Generalversammlung ins Festzelt unterhalb des Klosterberges in der Gemeinde Sachsenkam gekommen. Die bis Mai amtierende Bayerische Bierkönigin Johanna Seiler (li) aus dem Nördlinger Ries stellte ihre mögliche Nachfolgerin Elisabeth Erhard aus Rottach-Egern vor. Am 3. April kann online abgestimmt werden.

Sachsenkam – Die Generalversammlungen der im Jahr 1924 gegründeten genossenschaftlichen Klosterbrauerei Reutberg sind eigentlich männerdominierte Veranstaltungen, doch heuer brachte der Besuch der bis Mai amtierenden Bierkönigin Johanna Seiler und ihrer möglichen Nachfolgerin Elisabeth Erhard weiblichen Charme auf die Bühne des gutbesuchten Festzelts am Fuß des Reutbergs. Von insgesamt 5.218 Genossen waren am Mittwochabend über 1.700 gekommen und bestätigten mit großer Mehrheit den seit neun Jahren amtierenden Vorstandsvorsitzenden August Maerz und seine Mitstreiter in Vorstandschaft und Aufsichtsrat im Amt.

Eigentlich hätte man nach dem heißen Sommer 2018 einen Rekord-Bierausstoß erwarten können, die 15 Vollzeit und der eine Teilzeitbeschäftigte mussten auch kräftig Überstunden machen, dennoch konnte man, wie Geschäftsführer Stephan Hoepfl und der Vorstandsvorsitzende August Maerz ausführten, die Zahlen des Vorjahres nicht erreichen, da es wegen eines technischen Defekts im Sudhaus einen fast dreiwöchigen Produktionsausfall gab und bei der großen Hitze mehr nichtalkoholische Getränke gefragt waren. Die bezieht man von der benachbarten Brauerei Aying, die auch in bewährter Zusammenarbeit die Flaschenabfüllung der Reutberger Biere erledigt.

„Wir brauchen ein neues Sudhaus“, so Maerz, der im Rückblick von einem aufregenden und ereignisreichen Jahr sprach. Das Problem sei, dass das Ordinariat - wie bei der Kirche auch andernorts üblich - das ins Auge gefasst Grundstück am Reutberg nur in Erbpacht abgeben wolle. Da man aber verpflichtet sei, das Vermögen der 5.218 Mitglieder der Genossenschaftsbrauerei zu erhalten, könne man darauf nicht eingehen. Dennoch war Maerz zuversichtlich, eine Lösung zu finden. Man werde heuer auch einen neuen LKW kaufen müssen, insgesamt sei es also nicht einfach, eine Brauerei über die Runden zu bringen, zumal es dazu keine Gebrauchsanweisung wie beim Thermomix gebe.

Dass das Jahr 2018 aber trotz eines Absatzrückgangs von 396 Hektoliter recht gut gelungen ist, zeigte der Bericht von Verkaufsleiter Hans Krinner. So konnten einige Gaststätten als Neukunden gewonnen werden, außerdem liefere man Bier nach Südtirol und Italien und versorgte sieben Bierzelte im Sommer 2018. Aus Anlass des 400jährigen Jubiläum des Klosters Reutberg gebe es einen „Jubiläumssud“, der in 0,33-Liter oder Drei-Liter-Magnum-Flaschen abgefüllt werde. Insgesamt bilanzierte Krinner: „Es gibt viel Konkurrenz für die kleinen Brauereien, dennoch stehen wir da wie ein Einser.“ Das verdeutlichten auch die Zahlen, so konnte der Gewinn im Vergleich zum Jahr 2017 um 40.000 auf 195.000 Euro gesteigert werden.

Für weiteren steigenden Bierabsatz soll auch eine Kooperation mit der Gemeinde Reichersbeuern sorgen, mit der man gemeinsam den Altwirt gekauft und verpachtet hat. Außerdem bringen die Brauereieigenen Gaststätten am beliebten Reutberg und das Bierstüberl in Bad Tölz guten Umsatz.

Nach vielen Zahlen und Abstimmungen per Akklamation warteten die Besucher im Zelt gespannt auf den seit vielen Jahren traditionell-humorvollen Vortrag von Brauerbund-Geschäftsführer Dr. Lothar Ebbertz. Der landete den größten Lacher mit der Bemerkung, dass die durch Defekte gebeutelte Flugbereitschaft der Bundesregierung ständig am Boden sei, das Reutberger Bier zwar bodenständig gebraut werde, aber dennoch zum einen oder anderen Höhenflug ansetzen könne. bo

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