Genossenschaft der Energiewende Münsing

Bürger zum Energiesparen mobilisieren

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Wollen alle Möglichkeiten der Energieeinsparung ausschöpfen: Energiewende-Aufsichtsrat Michael Grasl, Vorsitzender Othmar Holzer und Vize-Vorsitzender Ernst Grünwald (v.l.).

Münsing – Im Mai 2010 wurde die Non-Profit-Genossenschaft Energiewende Münsing eG gegründet. Hauptziel bleibt, bis 2035 Energieunabhängigkeit herzustellen.

Im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung diskutierten 23 von 45 Mitgliedern im Rathaus, welche Potenziale demnächst ausgeschöpft werden könnten.. Mit nüchternen Zahlen eröffnete Energiewende-Vorstand Othmar Holzer die Generalversammlung. Derzeit haben 45 Mitglieder insgesamt 121 Anteile zu je 250 Euro gezeichnet. Da sich die Energiewende Münsing als Non-Profit-Genossenschaft bezeichnet, wird an die Mitglieder keine Dividende ausgezahlt. Die verfügbaren finanziellen Mittel –werden ausschließlich für die Realisierung der Vereinsziele verwendet. Und gerade in diesem Punkt gab es in den vergangenen beiden Jahren Probleme. Da die Einspeisevergütungen von E.ON unregelmäßig aufs Konto der Energiewende eingingen, war es zunächst schwierig eine ordentliche Bilanz aufzustellen. „Immerhin konnten dank der zwei Photovoltaik-Anlagen auf der Münsinger Schule und dem Feuerwehrhaus bereits 40 Tonnen CO2-Ausstoß eingespart werden“, merkte Holzer an. Im kommenden Jahr soll zudem geprüft werden, ob das Dach der Gaststätte „Pinocchio“ mit Solarplatten ausgestattet werden kann. Vize-Vorsitzender Ernst Grünwald kündigte zudem weitere Projekte mit der Münsinger Schule an. Bereits vor einigen Monaten malten die Kinder Bilder für eine mit praktischen Energiespartipps versehene Broschüre, die auf große Resonanz stieß. Erwägt wird zudem die Beauftragung eines Energieberaters. Der Wolfratshauser Diplom-Ingenieur Volker Davids regte in diesem Zusammenhang die Einführung eines Energiebedarfsausweises für Münsinger Bürger an. „Mithilfe von Fragebögen soll ermittelt werden, an welchen Stellen in den jeweiligen Häusern Energie eingespart werden kann“, erklärte Davids. Eine persönliche Beratung sei indes unabdingbar. Und die ist nicht zum Nulltarif zu haben, sondern kostet voraussichtlich rund 200 Euro. „Es wäre eine tolle Sache, wenn sich Bürger, Gemeinde und die Genossenschaft die Kosten aufteilen“, schlug Othmar Holzer vor. Abschließend erläuterte Bürgermeister und Energiewende-Aufsichtsratsmitglied Michael Grasl die Möglichkeiten und Grenzen der Windkraftnutzung auf Münsinger Flur. „Infrage kommen nur verträgliche Standorte wie zum Beispiel an Autobahnen. Die Gemeinde hat ein Fachbüro beauftragt, um verlässliche Daten zu ermitteln“, erklärte der Ratshauschef. Wichtig sei es vor allem, dass nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden werde. „Windkraftinvestoren dürfen nicht das Sagen haben, wo die Räder aufgestellt werden“, ergänzte Holzer. Dass sich Energiesparen schnell in bare Münze auszahlen kann, beweist die von der Münsinger Energiewende initiierte Heizungspumpentauschaktion: Drei Bürger, die ihre alten Stromfresser durch eine Hocheffizienzpumpe ersetzt haben, wurden am Ende der Generalversammlung als Geldgewinner ausgelost. So dürfen sich der Degerndorfer Klaus Oliv über 300 Euro und die beiden Ambacher Günther Weigert und Heide Meyer über 200 beziehungsweise 100 Euro freuen.

Peter Herrmann

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