Geothermie ist der Schlüssel

Ehrgeiziges Ziel: Geretsried will den Ausstoß des Treibhausgases CO2 bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent reduzieren.

Geretsried schließt sich in Sachen Klimaschutz und Umstieg auf regenerative Energien dem Ziel der Bundesregierung an. So bekundete der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den Willen, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bis zum Jahr 2020 um rund 40 Prozent herunterzuschrauben. Grundlage hierfür ist das Integrierte Klimaschutzkonzept. Lorenz Weidinger (Freie Wähler) ging noch einen Schritt weiter: Er will über einen Landkreisverbund ein Unternehmen gründen, damit die Kommunen selbst als Stromversorger auftreten.

Viel wird derzeit über eine Neuausrichtung bei der Energieversorgung diskutiert. Vom Stadtrat einstimmig bewilligt, setzt Geretsried einen Meilenstein im Landkreis und setzt sich als erste Kommune das Ziel, 40 Prozent vom derzeitigen CO2-Ausstoß bis 2020 einzusparen – also mindestens 59.000 Tonnen Kohlendioxid. Bemessen wird dieses Ziel an derzeit jährlich 148.000 Tonnen des Treibhausgases. Dabei klammerte der stellvertretende Bauamtsleiter Jan Dühring den Verkehr (72.000 Tonnen) bei der Zieldefinition aus. Darauf könne die Stadt kaum Einfluss nehmen. Der Wandel soll auf breiter Front geschehen. Er inkludiert private Haushalte, Unternehmen und die Stadt selbst. Freilich ist bisher offen, wie die Stadt dieses „sehr ehrgeizige Ziel“ (Dühring) erreichen will. „Geothermie trägt einen hohen Beitrag zur Zielerreichung bei“, konstatierte Dühring. Allein dadurch könnten rund 70 Prozent des gesteckten Ziels erreicht werden. Und: „Die Bohrung kann noch dieses Jahr klappen.“ Aber auch mittels Windkraft soll die Wende gelingen, sagte Dühring. Dennoch ist ein breites Umdenken nötig. Erhebliches Potential schlummert in den privaten Haushalten – immerhin 32.000 Tonnen Kohlendioxid. „Finanzielle Anreize könnten Bürger zum CO2-Sparen bewegen“, sagte Kerstin Halba (SPD). Um den Privatpersonen durch den „Förderdschungel“ zu geleiten, entwickelt Dühring derzeit eine Homepage, um Bürgern eine Anleitung und Hilfen bei Dämmung oder modernen Heizsystemen zu geben. Norbert Junius (CSU) forderte „alle Potentiale im Stadtgebiet unter die Lupe zu nehmen“. Ferner müsse die Energiewende mit der Region in Einklang gebracht werden. In diesem Zusammenhang erinnerte Fraktionskollege Volker Reeh daran, dass auch in Königsdorf ein „Geothermie-Claim“ erschlossen werden soll. Zudem müsse man die Umfirmierung der Stadtwerke vorantreiben. Denkbar wären seiner Meinung nach auch oberirdische Fernwärmeleitungen. Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteilos) plädierte für ein „schrittweises Vorgehen“. Vor diesem Hintergrund soll nun ein Maßnahmenplan von der Verwaltung erarbeitet werden.

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