Herzliche Hilfe mit Verstand

Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern zieht positive Jahresbilanz: Bestsellerautor spricht über Glück

Gastredner Werner „Tiki“ Küstenmacher
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Familienwerk-Geschäftsführer Heiner Koch (l.) konnte den prominenten Gastredner Werner „Tiki“ Küstenmacher (r.) für einen Vortrag bei der Mitarbeiterversammlung gewinnen.

Gelting – 2021 feiert das in Königsdorf ansässige „Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern“ sein 25-jähriges Bestehen. Beim Mitarbeitertreffen in der Kulturbühne Hinterhalt berichtet der Geschäftsführer Heiner Koch über die Corona-Krise.

Die 1996 gegründete Organisation unterhält Kinderdorfhäuser, Kleinheime und Erziehungsstellen für Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können. „Sie leisten etwas Fundamentales, damit Kinder eine Zukunft haben“, lobte der Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller. So folgen die derzeit 180 Mitarbeiter den Grundsätzen von Albert Schweitzer.

Der 1965 verstorbene Philosoph und Theologe gründete bereits 1957 ein Kinderdorf. Mittlerweile ist das nach ihm benannte Familienwerk ein anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der auch soziale Hilfen für Familien in Krisen anbietet. Bei den Berichten der Bereichsleiter aus Unterfranken, Mittelfranken und Oberbayern wurde deutlich, dass sich die Mitarbeiter von der Corona-Krise nicht bremsen ließen. „Unsere Hilfskräfte durften zwar eine Zeit lang keine Hausbesuche machen und konnten nur über Telefon und das Internet Kontakt aufnehmen“, bedauerte die unterfränkische Bereichsleiterin Michaela Klingmann. „Doch dafür haben wir einen digitalen Quantensprung gemacht“, ergänzte sie im gleichen Atemzug.

Geschäftsführer Heiner Koch verwies darauf, dass die Zeit auch für Fortbildungen genutzt wurde. „Wir haben in den letzten Monaten 14 Referenten eingeladen und zahlreiche Webinare veranstaltet“, blickte er zurück. Obwohl die Elternbeiträge entfielen, kam dank staatlicher Hilfen und Spendenaktion wie beispielsweise das BR-Benefizprojekt „Sternstunden“ genügend Geld in die Kasse. „Wir stehen wirtschaftlich stabil da“, zeigte sich Koch zufrieden.

2019 machte das Albert-Schweitzer-Werk einen Jahresumsatz von sechs Millionen Euro. „Unsere Einrichtungen sind voll belegt“, sagte Koch. Derzeit verhandelt das Familienwerk noch mit dem Tölzer Landratsamt über die Einrichtung von Waldkindergärten.

Trump Glück wünschen

Beeindruckt von diesem Engagement zeigte sich auch Werner „Tiki“ Küstenmacher. Der evangelische Theologe ist Autor des millionenfach verkauften und in 40 Ländern erhältlichen Bestsellers „Simplify your life“ – auf Deutsch: „Vereinfache dein Leben“. Im Rahmen der Mitgliederversammlung erläuterte er, dass der Weg zum Glück übers Gehirn führt. „Die Begeisterungsfähigkeit des limbischen Systems, das für unsere Emotionen zuständig ist, muss durch positive Anreize in die richtigen Bahnen gelegt werden“, fordert der 67-Jährige. Negative Gefühle müssten konsequent bekämpft werden. Das gehe so weit, dass man sogar politischen Gegnern Glück wünschen kann. „Wenn der amerikanische Präsident Donald Trump zufrieden wäre, würde er vielleicht bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten“, glaubt Küstenmacher. Wenn es gelänge, die rationale Denkweise der Großhirnrinde mit der Emotionalität des limbischen Systems zu verbinden, sei viel gewonnen. Das dies möglich ist, beweise die nachhaltige Arbeit des Albert-Schweitzer-Familienwerks.

Finanziell unterstützt wurde die technische anspruchsvolle Übertragung der Mitarbeiterversammlung von der Giordano Bruno Stiftung und dem Bund für Geistesfreiheit. Peter Herrmann

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