Kämpfen Sie für Europa

Bernd Posselt warnt vor nationalistischen Tendenzen

Bernd Posselt für ein selbstbewusstes Europa
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Setzen sich für ein selbstbewusstes Europa ein: Bernd Posselt (l.) und der Kreisvorsitzende der Europa-Union Alexander Lippert

Geretsried – „Europas Neustart zur demokratischen Friedensmacht“ forderte der CSU-Politiker Bernd Posselt jüngst im Rahmen eines Vortragsabends, zu dem der Kreisverband der Europa-Union jüngst in den Gasthof Geiger eingeladen hatte.

„Die Situation für Europa nicht einfach, weil es von starken Männern wie Donald Trump, Wladimir Putin, Javier Bolsonaro und Xi Jinping umgeben ist“, stellte EU-Kreisvorsitzender Alexander Lippert vorab fest. Posselt gab ihm recht. Er war von 1994 bis 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments, ist seit 2014 Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft und gilt als leidenschaftlicher Befürworter der Idee eines geeinten und starken Europas.

Wenige Tage vor der Wahl des amerikanischen Präsidenten hoffte er zwar auf eine Niederlage des Amtsinhabers Trump. „An der politischen Grundausrichtung der USA wird sich jedoch auch nach einem Sieg des Demokraten von Joe Biden nicht viel ändern“, sagte der 64-Jährige. „Nur die Form und der Stil wird neu sein“. Noch härter ins Gericht ging er mit dem Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin, der die Menschenrechte mit Füßen trete und Europa nachhaltig schwächen wolle. In diesem Zusammenhang warnte Posselt vor einer deutsch-russischen Kooperation in der Energieversorgung in Form der geplanten Gaspipeline Nord Stream 2, da sie zu einer einseitigen Abhängigkeit führe. „Wir haben es mit hier mit einem massiven Dominanzstreben Russlands zu tun“, befand der ehemalige Europaparlament-Abgeordnete. Dass das Land gegen ihn bereits 2015 ein Einreiseverbot verhängt hatte, mache ihn sogar stolz. „Ich empfinde das als Orden“, gab er zu. Gestärkt werden müssen dagegen die deutsch-französischen Verbindungen, da beide Länder an einem starken Europa interessiert seien. Nach seinem etwa 45-minütigen Vortrag stellte ihm Hans-Jürgen Göbel die Frage, ob er den Austritt Großbritanniens aus der Union bedauere. Posselt verneinte. „Die britische EU-Mitgliedschaft war aufgrund unterschiedlicher Interessen eine Ehe unter falschen Voraussetzungen“, stellte er fest.

Bevor der CSU-Politiker abschließend sein Anfang des Jahres erschienenes Buch „Bernd Posselt erzählt Europa“ signierte, richtete er einen Appell an die zwölf Zuhörer: „Kämpfen Sie für Europa: Es lohnt sich!“. Da Posselt 2019 den Einzug ins Europa-Parlament knapp verpasst hatte, will er sich nun in Form von Vorträgen und Büchern gegen nationalistische Tendenzen positionieren. Peter Herrmann

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