„Design für alle“ im Zentrum

Bundestagsabgeordneter Andreas Wagner fordert mehr Barrierefreiheit in der Region

Portrait Bundestagsabgeordneter Andreas Wagner
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Gedankenaustausch: Bundestagsabgeordneter Andreas Wagner berichtet über seine politische Arbeit in Berlin, sprach aber auch regionale Probleme an.

Geretsried/Landkreis – Zu einem „Bericht aus Berlin“ lud Bundestagsabgeordneter Andreas Wagner (Die Linke) jüngst in sein Geretsrieder Wahlkreisbüro ein. Am Ende der Veranstaltung bezog er auch zu einem kommunalpolitischen Thema Stellung.

Im Rahmen einer Bürgerversammlung stellte Andreas Wagner bereits 2013 erfolgreich den Antrag, dass allen Bürgern eine barrierefreie Nutzung von Verkehrsflächen, Gebäuden, Einrichtungen und Dienstleistungen ermöglicht werden müsse. Bei der bereits fortgeschrittenen Umgestaltung der Neuen Mitte in Geretsried sieht er diese Vorgabe jedoch noch nicht verwirklicht.

 Wenn man ein Zentrum neugestaltet, ist vor allem ein Leitsystem für Blinde wichtig

Bundestagsabgeordneter Andreas Wagner

Im Rahmen einer öffentlichen Versammlung in seinem Wahlkreisbüro am Kirchplatz ging Wagner ins Detail. „Wenn man ein Zentrum neugestaltet, ist vor allem ein Leitsystem für Blinde wichtig“, erklärte er. Dies vermisse er am Karl-Lederer-Platz. Ihm war schon 2013 wichtig, dass ein barrierefreier Zugänglichkeitsplan nach den Prinzipien des Konzepts „Design für alle“ als Leistungsmerkmal in öffentliche Ausschreibungen aufgenommen wird. Denn Nachbesserungen und nachträgliche Umbauten sind meist teurer. „Ich werden diesen Antrag wohl demnächst erneut stellen“, kündigte Wagner an.

Der Schwerpunkt seines politischen Engagements liegt aber noch in Berlin. Als Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt er etwa einen Ausbau sowie eine Förderung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). „Wegen der coronabedingten Abstandsregelungen müsste die Taktung und die Wagenzahl tendenziell ausgeweitet werden“, wünscht sich Wagner. In einem Bundestagsantrag der Linken wird die Aufrüstung von ÖPNV-Unternehmen mit Filtereinrichtungen zur Reduktion, zusätzliche Ticketautomaten und Trennscheiben bei Bussen gefordert.

Dass Corona auch andere Bereiche seiner politischen Arbeit beeinflusst, zeigte sich bei Wagners „Bericht aus Berlin“ im Wahlkreisbüro. „Diese Veranstaltung musste mehrere Monate lang ausfallen, nun wurde die Höchstteilnehmerzahl auf zehn begrenzt“, sagte der Bundestagsabgeordnete. So fanden sich vergangenen Samstagvormittag neben Wagner lediglich fünf Parteifreunde ein – unter ihnen Kreisrat Peter Maier aus dem Landkreis Weilheim-Schongau.

Bei Kaffee und Kuchen diskutierten die Linken vorwiegend über Bundespolitik. Ob Corona, Schweinepest, Massentierhaltung oder die Ausbeutung von Wanderarbeitern – in der rund zweistündigen Versammlung blieb nahezu kein „Aufregerthema“ außen vor. Die Umsetzung der politischen Forderungen der Linken dürfte vor allem das Durchhaltevermögen von Wagner beanspruchen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme wird er bei den Bundestagswahlen im kommenden Jahr voraussichtlich nicht mehr antreten. Peter Herrmann

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