Drama aus Eifersucht

21-jähriger Geretsrieder muss 800 Euro zahlen

Justitia
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Vor dem Gericht

Geretsried – Weil ein Geretsrieder glaubte, dass seine Freundin eine Affäre mit einem anderen Mann hatte, wollte er ihn zur Rede stellen. Als der vermeintliche Nebenbuhler seine Wohnungstür nicht öffnen wollte, schlug der 21-Jährige eine Fensterscheibe ein und lieferte sich danach einen Faustkampf mit seinem Rivalen.

„Ich hatte die Vermutung, dass er mit meiner Freundin was laufen hatte, und habe zunächst nur geklingelt“, berichtete der Angeklagter. Daraufhin öffnete der 23-jährige Hausbewohner zunächst nur das Fenster, um es kurz darauf wieder zu verschließen. „Dann habe ich gegen die Scheibe geschlagen, sodass sie zerbrochen ist und ich mich an meiner Hand verletzt habe.“

Als sein vermeintlicher Nebenbuhler schließlich doch vor das Haus kam, um ihm anhand des Chat-Verlaufs auf seinem Smartphone seine Unschuld zu beweisen, schlug ihm der Angeklagte zunächst auf die Nase. „Danach hat er sich gewehrt und mindestens 15 Mal auf mich eingeschlagen“, behauptete der 21-Jährige. Der Vater des 23-Jährigen verständigte die Polizei, die bei dem Angeklagten zudem noch eine geringe Menge Marihuana fand.

Seine Bewährungshelferin berichtete in der Verhandlung, dass sich der 21-Jährige immer noch in einem „psychischen Ausnahmezustand“ befindet und zudem des Öfteren vergisst, seine Medikamente einzunehmen. „Er braucht einen Therapeuten, der an seinem Krankheitsbild arbeitet“, erklärte sie.

Der Staatsanwalt forderte für den wegen Diebstahl, Hehlerei und Körperverletzung vorbestraften Mann eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je 10 Euro. Richter Helmut Berger sah die Tatbestände der Sachbeschädigung und vorsätzlichen Körperverletzung sowie des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln ebenfalls als erwiesen an. Er reduzierte die Tagessatzanzahl aber auf 80, sodass der Geretsrieder nun 800 Euro zahlen muss. Das Strafverfahren gegen seinen Kontrahenten, der sich mit 15 Faustschlägen wehrte, wurde eingestellt. Peter Herrmann

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