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Geretsried: Empörung über Verzögerung bei S7-Ausbau

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Von: Viktoria Gray

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S7 hält in Icking
S7 Verlängerung verzögert sich © Winkler

Geretsried/Wolfratshausen – Empört über die erneute Verzögerung des Ausbaus der S7-Strecke zeigte sich Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber. Auch Geretsried Bürgermeister, Michael Müller und Landrat Josef Niedermaier machten sich Luft.

Der Ausbau der S7-Strecke soll nicht, wie angekündigt, im Jahr 2024 beginnen, sondern verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Auf eine Anfrage Bachhubers hatte der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter diese Information bekannt gegeben. Demnach sei die „Deutsche Bahn zu der Einschätzung gekommen, dass ein Baubeginn für die S-Bahnverlängerung in 2024 nicht erwartet“ werden könne.

Landrat Josef Niedermaier
Landrat Josef Niedermaier © Archiv

„Erfreulich ist diese weitere Verzögerung natürlich nicht“, schreibt Landrat Josef Niedermaier in seinem Statement. Mit „markigen Worten“ wolle er die Verzögerung dennoch nicht kommentieren. „Auch dann wird die S-Bahn nicht früher kommen“, erklärt er. Lieber wolle Niedermaier die „positiven Sachverhalte“ herausstellen. So hätte sich der Bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter den Gerüchten, dass der Freistaat und auch der Bund nicht mehr zur S-Bahnerweiterung stehen, entschieden entgegen gestellt.

Trotzdem scheine ein Beginn der Bauarbeiten 2024 nicht möglich. Als Erklärung für die Verzögerung verweist der Verkehrsminister unter anderem auf die beschlossene Neuplanung für die Stadt Wolfratshausen. Diese sieht vor, dass die Gleise durch einen Trog unter der Sauerlacher Straße geführt werden. Der damit einhergehende Zeitbedarf für das gesamte Verfahren sei immens. Auch Corona habe das Vorhaben verzögert. Darüber hinausgehende gravierende Gründe nennt Bernreiter aber nicht.

Wie Niedermaier weiter ausführt, müsse nun nach den neuen NKU-Regeln (Nutzen-Kosten-Untersuchung) eine neue Bewertung vorgenommen werden. Klarer Termin dafür sei bis Ende des Jahres. Die neuen Regeln würden helfen, dass das Projekt zu einer voraussichtlich günstigeren Bewertung und dann Planfeststellungsbeschluss kommt. „Und dann werden wir über die neuen Kosten reden müssen“, schreibt der Landrat weiter. Zur S-Bahnverlängerung gebe es in seinen Augen aber keine Alternative.

Martin Bachhuber CSU-Landtagsabgeordneter
Martin Bachhuber CSU-Landtagsabgeordneter © Ralf Gerard

Keine Alternative sieht auch CSU-Stimmkreis-Abgeordneter Martin Bachhuber. „Das ist in keinster Weise hinnehmbar, und das werde ich so auch nicht stehen lassen“, schreibt Bachhuber. Der Landtagsabgeordnete kann im Gegenzug des Landrats jedoch keinerlei positiven Sachverhalte aus der Verzögerung herausstellen. Ein Verschieben der schienenmäßigen Anbindung von Geretsried „auf den Sankt-Nimmerleinstag“ ist für ihn nicht akzeptabel. Es sei „eine Brüskierung der Menschen in der Region und eine Missachtung des politischen Willens von den Städten Wolfratshausen und Geretsried über den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bis hinauf in den Landtag“. Den Abgeordneten ärgert es besonders, „dass die Bahn immer nur sagt, was nicht geht, aber nie auch nur ansatzweise eine verlässliche Perspektive bietet“. Bachhuber begrüße deshalb, dass der Verkehrsminister die Deutsche Bahn bereits nachdrücklich aufgefordert habe, „einen aktuellen Zeit- und Kostenplan für die S7-Verlängerung zu erstellen“.

Michael Müller Geretsrieds Bürgermeister
Michael Müller Geretsrieds Bürgermeister © Archiv

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller zeigte sich ebenso verständnislos über die Verzögerung. Nach seinen Erfahrungen sei es zwar erwartbar gewesen, trotzdem sei die Enttäuschung und das Unverständnis darüber „kaum mehr in Worte zu fassen“. „Wie sollen wir die Mobilitätswende schaffen, wenn Verfahren wie das der S7, Jahrzehnte dauern und sich immer wieder verzögern? Das lässt sich Niemandem mehr erklären. Wir verstehen es ja selbst kaum“, sagt Müller.

Nun befände sich die Stadt mit den anderen betroffenen Städten und Kommunen in der „Phase des Sammelns und überlegt wie es weiter geht“. Denn nur gemeinsam könne man in der Sache etwas erreichen. In seinen Augen helfe nur eine gemeinschaftliche Aktion – mit der Stadt Wolfratshausen, dem Landkreis und den Abgeordneten, die man mobilisieren möchte.

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