Klare Kante im Stadtrat

Grünen-Ortsverband von abgelehnten Anträgen nicht entmutigt – Kaum Besucher

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Viel Raum für Diskussionen: Martina Raschke (r.) und Professor Dr. Detlev Ringer (2.v.r.) wünschen sich mehr Rückhalt aus der eigenen Partei der Grünen.

Geretsried – Nach den Kommunalwahlen im März konnte die Fraktion der Grünen ihre Sitzanzahl im Stadtrat von drei auf fünf erhöhen. Zur jüngsten Jahreshauptversammlung kamen jedoch nur die Mandatsträger Martina Raschke und Dr. Detlev Ringer. Beide wünschen sich auch in der eigenen Partei noch mehr Rückhalt.

Gerade einmal fünf Gäste konnte Grünen-Ortssprecher Michael Kling zur Jahreshauptversammlung im kleinen Ratsstubensaal begrüßen. Da die drei Stadträte Beate Paulerberg, Volker Witte und Peter Curtius aus beruflichen beziehungsweise privaten Gründen fehlten, ließen die zwei anderen Mandatsträger Martina Raschke und Prof. Dr. Detlev Ringer den Start in die neue Stadtratslegislaturperiode Revue passieren.

„Für mich ist das Neuland“, räumte Raschke ein. Dass sie bei der Bürgermeisterwahl über 18 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, wertete die spät in den Wahlkampf gestartete Stadtratsfraktionsvorsitzende zwar als Erfolg. Für die Wahl zur Zweiten Bürgermeisterin und ein Referentenamt reichte es dennoch nicht. „Schade, denn gerade als Wirtschaftsreferentin hätte ich viel Erfahrung und Kompetenz einbringen können“, bedauerte Raschke.

So besetzen die Grünen, die ihre Mandate immerhin von drei auf fünf erhöhen konnten, weiterhin nur die von Volker Witte vertretene Umweltreferentenstelle. Ringer bedauerte in diesem Zusammenhang, dass auch der Rückhalt in der eigenen Partei etwas zu wünschen übriglasse. Denn für den von Martina Raschke gestellten Stadtratsantrag, dass alle Referenten ihre Zielvorstellungen am Anfang der Legislaturperiode darstellen sollte, stimmten in der Junisitzung nur sie selbst und Ringer.

Vergeblich unterstützt haben die Grünen auch den von der Geretsrieder Liste angestellten Antrag auf die Wiedereinführung der aktuellen Viertelstunde vor oder nach Stadtratssitzungen. „Es ging darum, dass der Bürger die Möglichkeit haben, den Stadtrat in seiner Gesamtheit zu befragen“, sagte Ringer. Die von Bürgermeister Michael Müller in Aussicht gestellte Option, die Stadträte als Einzelpersonen bei Exkursionen anzusprechen, sei zwar begrüßenswert, aber kein gleichwertiger Ersatz.

Ortssprecher Kling wertete das Scheitern der Anträge dennoch positiv. „Wir sind präsenter geworden und erhalten mehr Zuspruch aus der Bevölkerung“, sagte er. So sei der – letztendlich vergebliche – Einsatz der Grünen für den Erhalt des Penny-Discounters in Stein auf viel positive Resonanz gestoßen. Druck machen wollen die Grünen nun vor allem bei der Ausarbeitung eines Konzepts zur fahrradfreundlichen Stadt Geretsried. Peter Herrmann

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