Rockiger Isarsommer

Konzerte von The Toddlers und Merged füllen den Ratsstubensaal

Überzeugten mit rockigen Coverversionen: die Gruppe Merged um Sängerin Laura Dessel.
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Überzeugten mit rockigen Coverversionen: die Gruppe Merged um Sängerin Laura Dessel.

Geretsried – Die Konzerte von The Toddlers und Merged füllen den Ratsstubensaal in Geretsried und zeigen die rockige Seite des Isarsommers.

Nach der corona-bedingten Absagenflut an Konzerten und Großveranstaltungen wie dem Kulturherbst bietet die Stadt Geretsried seit Ende Juli regionalen Musikern im Rahmen des „Isarsommers“ alternative Auftrittsmöglichkeiten an. Nun nutzen die beiden Nachwuchsbands The Toddlers und Merged diese Chance.

Beim gemeinsamen Auftrittsabend im Ratsstubensaal waren alle 70 zugelassenen Plätze schon vorab reserviert. Wer zu spät kam, musste auf kurzfristige Absagen von Besuchern hoffen.

Den Anfang machten The Toddlers, die sich schon 2013 in der Geretsrieder Groove-Academy von Enno Strauß formierten. Der deutschen Übersetzung des Bandnamens „Kleinkinder“ werden Leonie Hahn, Armin Kolomyczuk, Simon Hammerschmied, Yannick Xylander, Enno Lug und Jannis Weidner mittlerweile zwar nicht mehr gerecht. Dennoch trat die Gruppe in einheitlichen schwarzen Overalls auf, die entfernt an Strampelanzüge erinnerten.

Neben diesem optischen Eindruck fiel zunächst die ausdrucksstarke Stimme von Sängerin Leonie Hahn auf. Mit der Uraufführung des von ihr selbst geschriebenen Songs „Little Dreamer“ erinnerte sie entfernt an die schottische Singer-Songwriterin Amy MacDonald oder die viel zu früh verstorbene Cranberries-Frontfrau Dolores O’Riordan. Zwischendurch gab Gitarrist Simon Hammerschmied eine Coverversion des Hip-Hop-Klassikers „Gangsta’s Paradise“ zum Besten. Mit amüsanten Interpretationen der Songs von so unterschiedlichen Musikern wie Alligatoah, Wheatus und den Ärzten verabschiedeten sich die Toddlers nach einer Stunde und überließen einer weiteren Nachwuchsband die Bühne.

Duplizität der Ereignisse: Auch Merged setzten auf das Charisma einer dominanten Frauenstimme. Die 19-jährige Laura Dessel wagte sich sogar an ein akustisches Intro zum AC/DC-Hardrock-Evergreen „Highway to Hell“, ehe ihre Bandkollegen Oliver Fichtner, Kosta Kapalidis, Armin Kolomyczuk, Marcus Reiners und Eduard Schweighardt gewaltig aufdrehten. Dem Beatles-Hit „Help“ verpassten sie ebenfalls ein rockigeres Gewand. Wie zuvor Leonie Hahn überließ auch Laura Dessel ihren musikalischen Mitstreitern Raum zur Entfaltung. So durfte sich Kosta Kapalidis beispielsweise an Nachbearbeitungen der Britpop-Songs von Muse und den Arctic Monkeys versuchen. In der vom Publikum laut geforderten Zugabe setzte Laura Dessel dann mit der Oasis-Hymne „Don’t look back in Anger“ den umjubelten Schlusspunkt. Peter Herrmann

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