Gesundheitsamt gibt Entwarnung

Keine weiteren Tuberkulose-Fälle im Nordlandkreis seit Auftreten im Januar bestätigt

Ein Arzt zeigt einen Tuberkulose-Fall anhand eines Röntgenbildes in seinem Büro im Tuberkulosezentrum in Berlin.
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Die Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit. Die Bakterien befallen überwiegend die Lunge.
  • Daniel Wegscheider
    vonDaniel Wegscheider
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Landkreis - Das Landratsamt gibt Entwarnung: Im Zusammenhang mit dem im Januar vermeldeten Tuberkulose-Nachweis bei einem Kind im Nordlandkreis sind keine weitere Fälle aufgetreten.

„Das ist das Ergebnis der Untersuchung, die aufgrund des positiven Nachweises in der Umgebung durchgeführt worden war“, berichtet Landratsamt-Sprecherin Marlis Peischer. Das betroffene Kind sei weiterhin asymptomatisch und unterziehe sich derzeit einer Therapie. Zudem begleitet das Tölzer Gesundheitsamt die betroffene Familie und überwacht weiterhin die Genesung.

Rückblick: Bei einem Kind aus dem Nordlandkreis war Ende Dezember die Tuberkulose (TCB) nachgewiesen worden. Die Diagnose wurde gestellt, nachdem in einem Rinderbestand das Bakterium nachgewiesen worden war und das Veterinäramt dies dem Gesundheitsamt mitgeteilt hatte. „Alle Rinder des Bestandes wurden aufgrund einer Vielzahl positiver Fälle vorsichtshalber getötet und die Kadaver entsorgt worden“, so das Landratsamt weiter. Der Betrieb wurde daraufhin sofort gesperrt, sodass von dort weder Fleisch noch Milch als Lebensmittel in Umlauf kamen.

Kontaktpersonen des Kindes wurden alle getestet

Da im Fall eines Tuberkulosenachweises jeder einzelne Kontakt überprüft werde, wurde Anfang des Jahres auch die Realschule Geretsried, die das Kind besuchte, umgehend informiert. Alle betroffenen Eltern, Mitschüler und Lehrkräfte waren sicherheitshalber getestet worden. Im Zuge der Untersuchung der betroffenen Familie wurden damals zwei weitere Personen positiv getestet, die daraufhin ebenfalls medizinisch behandelt worden sind.

Hintergrund zur Rindertuberkulose

„Die Rindertuberkulose kommt in unseren Breitengraden nur sehr selten vor“, berichtet Sprecherin Sabine Schmid vom Landratsamt. Deutschland gelte als amtlich frei von Rindertuberkulose, daher sei unklar, wie der Erreger überhaupt in den Tierbestand eingeschleppt wurde. Zudem sei eine Übertragung der Krankheit vom Rind auf den Menschen „sehr ungewöhnlich“. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf das Bakterium, in der Mehrheit der Fälle breche die Krankheit nicht aus. Schmid: „Ansteckend ist sie nur, wenn es sich wie im konkreten Fall um eine offene Tuberkulose handelt.“

Der Nachweis beim Menschen erfolgt über das sogenannte Sputum. Heißt: den Auswurf, der etwa beim Husten entsteht. „Bei dem Kind wurde dieses untersucht. Das Bakterium konnte nur kulturell, also angezüchtet, nachgewiesen werden.“ Laut Schmid war das Bakterium nicht direkt unter dem Mikroskop sichtbar gewesen und daher wurde auch von einer geringen Ansteckungsfähigkeit ausgegangen.

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