Musik für Körper und Sinne

Kooperation von Geretsrieder Musikschule und Kindergarten Champini

Spendenübergabe für das Kooperationsprojekt der Musikschule und des Kindergartens Champini
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Spendenübergabe für das Kooperationsprojekt der Musikschule und des Kindergartens Champini: über das Geld freuen sich die Kindergartenkinder mit ihrer Leiterin Huelya Aktas (Mitte).

Geretsried – Der Kindergarten Champini hat für das aktuelle Kindergartenjahr Sport und Bewegung um den Aspekt Musik erweitert. Vergangene Woche präsentierte die Kindergartenleiterin Huelya Aktas zusammen mit den beiden Leiterinnen der Musikschule Sabine Beyer und Sabrina Schwenger, die neu entstandene Kooperation.

Möglich gemacht wurde das erst einmal auf ein Jahr begrenzte Pilotprojekt durch die beiden Hauptsponsoren Rotary Club Wolfratshausen (3.400 Euro) und dem Lions Club München-Isartal (1.000 Euro). Sie waren nun eingeladen worden, um sich vor Ort über die Einzelheiten der Kooperation zu informieren. „Wir freuen uns sehr, dass wir zwei so großzügige Spender für unser Kindergartenprojekt gefunden haben, so dass nun bereits über die Hälfte der Lehrpersonalkosten für ein Schuljahr gedeckt sind“, sagte Sabrina Schwenger, kaufmännische Leiterin der Musikschule Geretsried.

Die Musikalische Früherziehung ist ein fester Bestandteil im Lehrplan der Musikschule Geretsried. Als Angehörige des Musikschulverbands wird sie jährlich vom Freistaat Bayern bezuschusst. Damit verpflichtet sie sich, den Qualitätsrichtlinien zu folgen, wie zwei Jahre die Grundfachverpflichtung der Musikalischen Früherziehung bevor das Kind beginnt, ein Instrument zu lernen.

„Und gerade Letzteres wird für uns immer schwieriger. Die Kinder sind heute meist bis 16 Uhr in den Kindergärten und danach ist nur noch wenig Zeit und Konzentration für unsere Kurse in der Musikschule übrig“, erklärte Schwenger.

Für die pädagogisch-musikalische Leitung an der Schule ist Sabine Beyer zuständig, sie weiß: „Gerade die Kurse für die vier- und fünf-jährigen sind sehr wichtig, da die Kinder hier die Musik mit allen Sinnen und dem ganzen Körper erfahren“ Hier werde getrommelt, gesungen, getanzt, gestampft und geklatscht, sagt sie. „Egal, ob dann später ein Instrument gelernt wird.“ Dieser Aspekt hatte auch Huelya Aktas als Leiterin eines Bewegungskindergartens überzeugt: „Musik gehört zur Bewegung dazu. Das wird eine echte Bereicherung.“

Als sich Ende vergangenes Schuljahr abzeichnete, dass es schwer werden wird, die Musikschule mit ihrem herkömmlichen Kurssystem in den Kindergarten kommen zu lassen, suchte Aktas das Gespräch mit der Musikschule. Schwenger erarbeitete daraufhin ein Konzept, das die Auflagen des Landratsamts und die des Gesundheitsamts in Zeiten von Corona vereinbart. „Denn nur wer Musikkurse für alle Kinder eines Jahrgangs in dem Kindergarten anbietet, darf vormittags während der Kernzeiten in die Einrichtung. So war es auch schon vor Corona“, erklärte Schwenger.

Das habe man nun dank der Sponsoren erreicht, zu denen auch Eltern und Freunde des Kindergartens gehören. Eine Lehrerin der Musikschule unterrichtet nun, begleitet von einer Erzieherin des Kindergartens, die 41 Champini-Kindergartenkinder einen Vormittag lang in kleinen Gruppen. Aufgrund der Cortona-Auflagen dürfen jeweils zehn Kinder gemeinsam mit Lehrerin und Erzieherin im Sportraum musizieren.

Dort werden dann gemeinsam Lieder und Bewegungsspiele einstudiert, die in den Kindergartenalltag integriert werden können. Dazu lernen die kleinen Musiker spielerisch wichtige Grundlagen wie Tonhöhe und –Länge, Rhythmus und die ersten Noten. Damit kein Kind ausgeschlossen wird, ist das Angebot für alle Kinder kostenlos.

„Es ist wichtig, schon die Kleinen an die Musik heranzuführen“, betonte Beyer. Denn es gebe viele Belege dafür, dass sich die Entwicklung musikalischer Kompetenzen positiv auf emotionale und soziale Fähigkeiten auswirke. „Es existieren vielfältige Querverbindungen zu anderen Entwicklungsbereichen: Beim Tanzen zur Musik wird die Körpermotorik geschult, beim gemeinsamen Singen ist Einfühlungsvermögen gefragt, und bei Abzählreimen und Klatschspielen werden musikalische wie auch sprachliche Fähigkeiten gefördert.“

Das Kooperationsmodell sei für alle Seiten ein Gewinn, „ein enger Austausch zwischen Musikschule und Kindergarten ist fest eingeplant“, sagte Schwenger. Im kommenden Schuljahr könnten weitere Kindergärten mitmachen. „Wir hatten dazu bereits ein positives Gespräch mit Bürgermeister Michael Müller. Wenn ein Kindergarten Interesse hat, könnten wir zum Halbjahr mit einer zweiten Einrichtung einsteigen“, meint sie. dwe

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