Schulen sparen weiter Energie

Kreistagsausschuss beschließt Fortschreibung des Entwicklungskonzepts

In die Sanierung des Geretsrieder Gymnasiums investiert der Landkreis 52,5 Millionen Euro.
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In die Sanierung des Geretsrieder Gymnasiums investiert der Landkreis 52,5 Millionen Euro.

Geretsried/Landkreis – Bereits vor 15 Jahren beschloss der Kreistag, die Energiewende im Landkreis zu unterstützen.

Nun bewilligte der Schul- und Bauausschuss des Kreistags einstimmig den Antrag der Grünen, das „Schulentwicklungskonzept Energiewende 2035“ (Seke) fortzuschreiben.

Demnach sollen die Schulgebäude so saniert werden, dass dort der Stromverbrauch und der Heizbedarf sinken oder der Bedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann. Dies soll durch den Einsatz innovativer und effizienter Technologien sowie durch die nachhaltige Nutzung aller heimischen Ressourcen wie beispielsweise Biomasse, Wasserkraft und Solarenergie gelingen. In der von den Grünen geforderten Fortschreibung des Grundsatzbeschlusses wird vor allem darauf Wert gelegt, dass umweltbezogene Aspekte bereits in der Planungsphase von Neubau- und Sanierungsmaßnahmen mitberücksichtigt werden.

Schulsanierungen kosten über 100 Millionen Euro

Um das ambitionierte Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen, hat der Landkreis seit 2005 bereits 106,3 Millionen Euro für die Sanierung der Schulen ausgegeben. So werden im Zeitraum 2015 bis 2026 insgesamt 52,5 Millionen Euro in die Generalsanierung des Schulzentrums Geretsried investiert. Zudem wurde dort in diesem Jahr eine 10,7 Millionen teure Turnhalle fertiggestellt. 3,3 Millionen Euro kostete die energetische Sanierung des Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums, das zudem mit einem 1,1 Millionen Euro teuren Heizwerk ausgestattet wurde.

Mit acht Millionen Euro schlug die Generalsanierung des Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Tölz zu Buche. Das Dach der Berufsoberschule in Bad Tölz erhielt vor drei Jahren eine Fotovoltaikanlage, die 45.000 Euro kostete. Die Zehn-Jahres-Planung sieht bis 2030 insgesamt 90,6 Millionen Euro vor, die vor allem für die Sanierung und Dämmung der Fassaden verwendet werden.

Energetische Sanierung zeigt Wirkung

Die Wirksamkeit der bisher durchgeführten Maßnahmen ist bereits jetzt erkennbar. So kann der Energiebedarf am Tölzer Gabriel-Seidl-Gymnasium mittlerweile zu 63 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Dank einer energetischen Sanierung konnte auch das Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium seinen Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß deutlich senken.

In der Sitzung des Schul- und Bauausschusses, die in der neuen Dreifachturnhalle neben dem Geretsrieder Gymnasium stattfand, lobte Bernhard Simon (CSU) das Schulentwicklungskonzept. „Viele Architekten sind mit der Prüfung einzelner Baustoffe überfordert“, glaubt er. René Beysel, Hauptamtsleiter vom Landratsamt, erhofft sich vom Seke 2035 vor allem eine Vereinfachung und Beschleunigung von Bauprojekten. „Durch die Fixierung von Voraussetzungen haben wir auch bei europaweiten Ausschreibungen keine Diskussionen mehr“, begrüßte er den einstimmigen Beschluss. Peter Herrmann

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