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Geretsried: Oechslein plädiert für Vernetzung von Schule und Arbeitswelt

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Susanne Arndt vom Arbeitskreis Schule, Bildung und Sport
Susanne Arndt vom Arbeitskreis Schule, Bildung und Sport moderierte durch den Online-Vortrag von Oechslein. © Herrmann

Geretsried – Gemeinsam mit dem Kreisverband der Frauenunion lud der Arbeitskreis Schule, Bildung und Sport (AKS) im kleinen Ratsstubensaal zu einem Vortrag der Bildungsexpertin Karin Oechslein ein.

Das Thema „Berufsorientierung als Teil der Schulentwicklung“ vermittelte zum Teil alarmierende Erkenntnisse, aber auch konstruktive Lösungsansätze.

Weil die Referentin wegen eines Krankheitsfalls in der Familie ihre Wohnung nicht verlassen konnte, stellte AKS-Vorsitzende Susanne Arndt mit ihrem Smartphone eine Videoübertragung her. Oechslein leitete von 2014 bis zu ihrem Ruhestand 2020 als Direktorin das Staatsinstitut für Schule und Bildungsqualität in München. Sachkenntnis erwarb sich die promovierte Germanistin und Romanistin zuvor unter anderem als Schulleiterin am Gymnasium Oberhaching sowie als Ministerialbeauftragte für Gymnasien in Oberbayern-West. „Es müssen nicht alle studieren“, schickte Oechslein voraus.

Während sie die begleitenden Angebote zur Berufsorientierung an den Mittel- und Realschulen ausdrücklich lobte, verzeichnete sie an anderen Bildungseinrichtungen Schwächen. „In Gymnasien hakt’s am meisten“, stellte die Referentin fest. Im Gegensatz zu Mittel- und Realschülern, die meist mit konkreten Berufswünschen die Schule verlassen, wollen sich viele Abiturienten nach ihrem Abschluss erst mal „selbst finden“. Verlorene Zeit, findet Oechslein.

Programme werden noch zu wenig in Anspruch genommen

Denn eine frühe und systematische Berufsorientierung an Schulen könnte den stetig wachsenden Fachkräftemangel in vielen Branchen minimieren. „Hierfür muss der Dialog zwischen Schule und Arbeitswelt gefördert werden“, folgerte die Bildungsexpertin. Dabei gibt es viele Programme der Bundesagentur für Arbeit, die aber von den verantwortlichen Gymnasialleitern noch zu wenig in Anspruch genommen werden.

So könnten etwa Arbeitsblätter, Fragebögen und Checklisten bequem im Internet abgerufen werden. Dank dieser Vorbereitung ließen sich nach Ansicht Oechsleins auch die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrecher deutlich verringern.

Am Ende ihres Vortrags forderte die Referentin die Entwicklung eines Qualitätsmanagements zur Berufs- und Studienorientierung als „konstitutiven Bestandteil des Schulprofils“. Eine bessere Vernetzung von Schule und Arbeitswelt sei erstrebenswert. Peter Herrmann

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