„Wir schaffen mehr Lebensqualität“

Auftaktveranstaltung: Pflegezentrale Wagner hilft Palliativpatienten mit innovativem Angebot

Palliativpflege in Geretsried
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Die stellvertretende Pflegedienstleiterin Melanie Steffek stellte das Konzept der Ambulanten Palliativpflege vor.

Ascholding/Geretsried – Die Palliativpflege will die Lebensqualität von Patienten mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung und ihren Angehörigen verbessern. Um sie zu gewährleisten, sind speziell ausgebildete Mitarbeiter notwendig.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Allgemeinen Ambulanten Palliativpflege (AAPV) in der Ascholdinger Gaststätte „Holzwirt“ verrieten die Protagonisten, worauf es ankommt.

„Die Gewährleistung einer 24-Stunden-Pflege unterscheidet uns von vielen anderen Anbietern“, erklärte Stefan Schleicher. Der Geschäftsführer der Pflegezentrale Wagner und seine rund 100 Mitarbeiter stellen sich einer enormen Herausforderung. Derzeit gibt es in ganz Deutschland drei Dienste, die diesen besonderen Service anbieten. „Oftmals kann die ambulante Versorgung in Zusammenarbeit mit den Angehörigen einen Großteil des Bedarfs abdecken, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Und zwar bis zu dem Punkt, an dem der Pflegebedürftige rund um die Uhr betreut werden muss“, weiß Schleicher. Wenn Sturzgefahr, Demenz und Bettlägerigkeit Alltag geworden sind und die ständige Angst, den Angehörigen alleine zu lassen überwiegt, sei dies für alle Beteiligten ein enormer Kraftakt.

Angelehnt an ein erfolgreiches niederländisches Konzept, will die Pflegezentrale Wagner Versorgungslücken in der ambulanten Pflege schließen. „Wir schaffen mehr Lebensqualität, indem die Patienten in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben können“, verspricht Schleicher. Geschäftsführer Günter Wagner verwies darauf, dass die umfangreichen Dienstleistungen bis zu 14 Tage im Jahr ohne Zuzahlung zur Pflegeversicherung möglich sind.

In einem weiteren Vortrag stellten die stellvertretende Pflegedienstleiterin Melanie Steffek und ihre Mitarbeiterinnen Anna Kastenmüller und Pamela Menzel das neuartige Konzept der AAPV vor. „Dank einer Kooperation mit anderen Dienstleistern wie beispielsweise Physio-, Atem-, und Aromatherapeuten sowie Ärzten und Seelsorgern können wir Palliativpatienten ganzheitlich in ihrer gewohnten Umgebung versorgen“, erklärte Steffek. So bespricht die Pflegezentrale etwa in interdisziplinären Fallbesprechungen mit allen beteiligten Partnern die Versorgung. „Dadurch sind alle auf dem aktuellsten Stand und neue Ideen können gebündelt werden, um die Versorgung zu optimieren.“ Übergeordnetes Ziel sei es, die Auswirkungen der Erkrankung und mögliche Symptome zu lindern, nicht die Krankheit zu bekämpfen.

In diesem Zusammenhang verwies Gastrednerin Veronika Pinzenöller vom BWB-Medizinservice, dass die Wundversorgung für den Patienten kostenlos sei. „Zudem erstellen wir Wunddokumentationen, wie sie von den Krankenkassen eingefordert werden“, sagte sie. Anne Gruber, Koordinatorin vom Geretsrieder Christopherus Hospizverein, freut sich ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit der Pflegezentrale. „Wir haben ähnliche Ziele wie die psychosoziale Betreuung der Patienten“, sagte Gruber.

Pfarrer Michael Baindl sowie die Pastoralreferenten Julia Majores und Thomas Bergmeister von der katholischen Stadtkirche Geretsried erhoffen sich von der Kooperation mit der Pflegezentrale einen verbesserten Informationsfluss. „Wir von der Seelsorge begleiten die Angehörigen oft erst bei Beerdigungen, würden uns aber gerne schon vorher um sie zu kümmern“, betonte Baindl.

Da sich unter den rund 30 Gästen der AAPV-Auftaktveranstaltung mit Christiane Bäumler auch die Leiterin des Fachbereichs Senioren im Landratsamt sowie Vorstandsmitglieder des Geretsrieder VdK-Ortsverbandes, der AWO-Wolfratshausen, der Alzheimer-Gesellschaft Isar-Loisachtal und Ärzte befanden, freute Günter Wagner besonders. „So viel geballtes Palliativpflege-Wissen wird im Landkreis so schnell nicht mehr zusammenkommen“, zog er ein positives Fazit. Peter Herrmann

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