Polka, Pils und Svícková

Publikum genießt „Böhmischen Abend“ der Gartenberger Bunkerblasmusik

Böhmischer Abend Geretsried
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Feiern mit Abstand: Aus gegebenem Anlass musste die Tanzfläche vor der Bühne frei bleiben.

Geretsried –  Bereits zum zweiten Mal gab die Gartenberger Bunkerblasmusik ein Konzert im Rahmen der kostenlosen „Isarsommer“-Veranstaltungsreihe.

Nach dem Juli-Auftritt im Biergarten der Geltinger Gaststätte „Alten Wirth“ stand nun ein „Böhmischer Abend“ im Ratsstubensaal auf dem Programm.

„Das ist ein echtes Heimspiel: Bei Corona wird der Saal aufgrund der begrenzen Tischanzahl noch schneller voll“, erklärte Sonja Frank. Die zweite Bürgermeisterin kam wie viele Besucher in Tracht und erlebte einen schwungvollen Auftakt der von Roland Hammerschmied dirigierten Musiker. Der ehemalige Kulturpreisträger der Stadt wurde im westböhmischen Falkenau – auf Tschechisch: Sokolov – geboren und zog im Alter von zehn Monaten mit seiner Familie nach Geretsried.

Hammerschmied dankte der Stadt, die im Rahmen der „Isarsommer“-Konzertreihe Auftrittsmöglichkeiten für regionale Künstler geschaffen hat. „Leider ist das Tanzen aus gegebenem Anlass nicht erlaubt“, bedauerte der Dirigent. So führte sein Kompagnon Ludwig Schmid wortreich durch den Abend. Zwischen bekannten Musikstücken wie „Böhmischer Traum“, „Vogelwiese“ oder „Spatzenpolka“ gab er in bester Bruder-Barnabas-Starkbierfestmanier Wissenswertes und amüsante Anekdoten aus Böhmen zum Besten. So war das im heutigen Tschechien liegende Königreich einst Teil der österreichisch-ungarischen k.u.k-Monarchie und wurde schon 1348 durch die Gründung der ersten deutschsprachigen Universität in Prag bekannt.

Neben dem Hörgenuss kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. So ließen sich viele Besucher mit böhmischen Spezialitäten aus der Ratsstubenküche verwöhnen. Zum in Weißwein gebeizten Rindersauerbraten „Svícková“, Blaukraut und böhmischen Hefeknödeln schmeckte am besten eine Halbe Pilsner Urquell. Mit dem einst von Ernst Mosch interpretierten Stück „Wir sind Kinder von der Eger“ lieferte die Gartenberger Bunkerblasmusik als krönenden Abschluss noch eine emotionale Zugabe. Peter Herrmann

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