Breite Front gegen Gebühren

SPD und Vereine fordern kostenfreie Nutzung im interkommunalen Hallenbad

SPD über Hallennutzungsgebühren
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Befürchten finanzielle Engpässe: DLRG-Ortsvorsitzender Maiko Alpers (r.), Sportreferent Wolfgang Werner (links hinten) sowie weitere SPD- und Schwimmvereinsmitglieder.

Geretsried – Im Rahmen des jüngsten SPD-Stadtgesprächs in der Gaststätte Isarwinkel sprachen sich Parteimitglieder und Betroffene des DLRG-Ortsverbands, WSV 72 und der Reha-Sport-Freunde gegen die geplante Erhebung von Nutzungsgebühren für Vereine im interkommunalen Hallenbads aus.

So räumte WSV-Schwimmtrainerin Terke Stapf ein, dass sich die Stadt mit der Errichtung des interkommunalen Hallenbads eine große Herausforderung und zugleich Verantwortung aufgebürdet habe. „Davor schrecken viele andere Kommunen aufgrund der hohen Kosten zurück“, lobte sie. Sorgen bereitet ihrem Verein indes das noch nicht ausgearbeitete Belegungsmanagement und die Erhebung von Nutzungsgebühren.

DLRG-Ortsvorsitzender Maiko Alpers und Schatzmeister Martin Gerling bekräftigten erneut, dass sich ihr Verein nicht auf eine finanzielle Vorleistung von rund 6.000 Euro pro Monat einlassen könne und dann auf eine teilweise Rückerstattung am Jahresende zu warten habe. Alpers verwies darauf, dass viele Kinder das Schwimmen heute nicht mehr in der Schule erlernen. „Viele Lehrer gehen nicht mit Kindern ins Becken, wenn die Hälfte davon Nichtschwimmer sind“, sagte der DLRG-Vorsitzende. Die Angst, für einen Unfall haftbar gemacht werden, sei einfach zu hoch.

Keine höheren Beiträge für die DLRG

Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kommt für den DLRG-Vorstand nicht infrage. „Unser Schnelle-Einsatz-Gruppe zahlt ohnehin schon ihre Ausrüstung selbst und darf deshalb nicht weiter belastet werden“, erklärte der DLRG-Chef.

Der ehemalige Wolfratshauser SPD-Bürgermeister Reiner Berchtold räumte ein, dass Nutzungsgebühren während seiner Amtszeit auch in der Nachbarstadt kontrovers diskutiert wurden.

„Rettung und Katastrophenschutz gehören aber zu den Pflichtaufgaben einer Kommune: Sie kommen der Allgemeinheit zugute“, gab Berchtold zu bedenken. Er empfahl deshalb, Vereinen mit diesen Zielsetzungen keine Nutzungsgebühren aufzubürden.

Petition sammelt 2.500 Unterschriften

Eine Vielzahl der Bürger sieht das genauso. So sammelten die Schwimmvereine im Rahmen einer Petition innerhalb von nur zwei Wochen 2.500 Unterschriften. „Wir hätten wahrscheinlich 8.000 zusammenbekommen, wollen jetzt aber nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen und haben deshalb die Aktion beendet“, sagte Alpers.

Aufgrund des hohen öffentlichen Drucks sei es laut Werner nun möglich, dass sich eine Mehrheit der Stadträte in einem der kommenden Ausschüsse gegen die Erhebung von Nutzungsgebühren entscheidet. Denn letztlich gehe es um einen Betrag von 30.500 Euro, den die Stadt den Verein erlassen könnte. „Wir stehen als Schul- und Sportstadt trotz Corona-Krise finanziell gut da und können uns das leisten“, ist sich Werner sicher. SPD-Ortsvorsitzender Martin Bruckner brachte die Meinungen auf den Punkt: „Wir sind uns alle einig, dass wir die hundertprozentige städtische Finanzierung benötigen“. Peter Herrmann

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