2.664 mal Nein zur Badgebühr

Hiesige Wassersportvereine übergeben Petition an Geretsrieds Bürgermeister

Übergabe der Unterschriftenliste: Nein zur Badgebühr
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(v.l.) Uwe Röhler vom WSV 72, Monika Grasberger (Reha-Sport-Freunden Geretsried), Benjamin Ahr vom Tauchclub Oberland sowie Rolf Meinert von der DLRG übergeben vor dem Rathaus die Unterschriftenliste an Bürgermeister Michael Müller.

Geretsried – „Nein“ hallt es laut gegen eine Hallenbadgebühr, die Wassersportvereine im neuen interkommunalen Schwimmbad in Geretsried zahlen sollen. Der Verbund sammelte Unterschriften, um dagegen Anzugehen und übergaben sie nun der Stadt.

Im September starteten der DLRG-Ortsverband, der WSV 72, der Tauchclub Oberland und die Reha-Sport-Freunde die Petition „Rettet den Wassersport in Geretsried – keine Nutzungsgebühren für Vereine im neuen Hallenbad“ (wir berichteten). Nun übergaben die Vereinsvertreter eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Michael Müller.

Wie berichtet, entschied sich bereits im Juli der Jugend- und Kulturausschuss des Stadtrates mit knapper Mehrheit für ein von der Firma Altenburg empfohlenes Kostenmodell, nach dem sich die Stadt zu 70 Prozent und die Vereine zu 30 Prozent an den Nutzungsgebühren beteiligen.

Vereine fürchten um ihre Existenz

Dagegen wehren sich die Wassersportvereine, die aufgrund der Kostenbelastung um ihre Existenz fürchten. Dass der Rückhalt in der Bevölkerung groß ist, beweisen die innerhalb kürzester Zeit gesammelten 2.664 Unterschriften. „Wir hätten noch wesentlich mehr zusammenbekommen, haben die Aktion dann aber gestoppt“, erklärte Uwe Röhler vor der Übergabe. Dem Vize-Vorsitzenden des WSV 72 und seinen Mitstreitern ging es vor allem um ein aussagekräftiges Stimmungsbild. „Eine Petition ist ein probates Mittel der Meinungsäußerung“, befand Röhler.

DLRG-Ortsverband-Vize-Vorsitzender Rolf Meinert sieht das genauso. „Wir hätten uns ein bisschen mehr Kommunikation und Einbindung von Anfang an gewünscht. Damit hätte sich manches vermeiden lassen“, glaubt er.

Je mehr Vereinsbeiträge, desto weniger Mitglieder

Die Erhebung von Nutzungsgebühren lassen sich laut Meinert nicht mit einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kompensieren, da dann vor allem viele passive Mitglieder aus den Vereinen austreten. Und Benjamin Ahr, Vize-Vorsitzender des Tauchclubs Oberland, befürchtet zudem eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten. „Wir nutzen das Hallenbad vor allem für Flossen- und Schnorcheltraining“, sagte er.

Bürgermeister Michael Müller versprach, die Petition den Stadträten und dem Landratsamt zu übergeben. „Rettungsorganisationen sind nicht nur Aufgabe der Stadt, sondern auch von Landkreis und Staat“, erklärte der Rathauschef. Über die Hallenbadnutzung wird dennoch der Stadtrat im Rahmen seiner Haushaltsberatungen entscheiden. Peter Herrmann

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