Festwirt trotzt allen Widrigkeiten

So ist der verspätete „Sommer dahoam“ in Geretsried angelaufen

Hoffen auf viele Besucher beim "Sommer dahoam" in Geretsried: das Festwirtepaar Claudia und Christian Fahrenschon.
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Hoffen auf viele Besucher beim "Sommer dahoam" in Geretsried: das Festwirtepaar Claudia und Christian Fahrenschon.

Geretsried – Der „Sommer dahoam“ in Geretsried ist seit Freitag geöffnet. Zum Auftakt regnete es in Strömen – einige Besucher hielt das aber nicht ab.

Noch bis zum 13. September lädt Festwirt Christian Fahrenschon zum „Sommer dahoam“ in Geretsried ein. Trotz Dauerregens am ersten Wochenende und umfangreicher Sicherheitsauflagen lassen sich die Veranstalter nicht unterkriegen und hoffen, dass noch viele Gäste das umzäunte Areal an der Jahnstraße besuchen.

Viele bürokratische Hürden musste Festwirt Christian Fahrenschon überwinden, um auf dem Festplatz an der Jahnstraße ein nach allen Seiten offenes Bierzelt, eine Freischankfläche sowie ein Kettenkarussell und diverse Gastronomiebuden aufstellen zu können. Die Stadt hatte den ursprünglich schon Ende Juli geplanten „Waldsommer“ aufgrund corona-bedingter Bedenken absagen müssen.

Drehwurm: Für Kinder steht auf dem Festplatz an der Jahnstraße in Geretsried auch ein Kettenkarussell bereit.

Dagegen wehrte sich Christian Fahrenschon mit einem Eilantrag beim Münchner Verfassungsgericht. Kurz darauf prüfte das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen ein deutlich abgespecktes Konzept und erteilte relativ kurzfristig die Genehmigung. „Wir vertrauen auf das verantwortungsvolle Verhalten der Besucher des Sommer dahoam sowie ein friedliches und respektvolles Miteinander, damit auch diese kleine Abwechslung ein Erfolg wird“, hieß es in einer Stellungnahme der Zweiten Bürgermeisterin Sonja Frank.

Kamen am Eröffnungsfreitag (noch relativ viele Gäste, blieb die Besucherzahl vor allem am Sonntagnachmittag hinter den Erwartungen zurück. Viel verdienen lässt sich mit einer Höchstbesucherzahl von 400 Menschen auf dem umzäunten Gelände ohnehin nicht, da neben den Sicherheitskräften auch die Bedienungen und die Musikgruppen bezahlt werden müssen. „Wir sind schon froh, wenn wir halbwegs unsere Unkosten decken können“, erklärt Christian Fahrenschon.

Der „Sommer dahoam“ ist Montag bis Donnerstag, von 16 bis 22.30 Uhr, Freitag und Samstag, von 12 bis 23 Uhr, sowie sonntags, von 11 bis 22.30 Uhr, geöffnet. Reservierungen für Plätze im Biergarten sind möglich über die Internetseite www.fahrenschon-festzelte.de, per E-Mail an info@fahrenschon-festzelte.de sowie telefonisch 08031/4092102.

Innerhalb weniger Tage schaffte er es, auf dem weitläufigen Areal einen kleinen Vergnügungspark aufzubauen. Dabei müssen sich Besucher an die geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen halten. So müssen sie beim Betreten des Geländes einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Sicherheitsabstände einhalten. Zudem erfolgt am Eingang die Erfassung persönlichen Daten. Danach weist eine Bedienung den Besuchern ihren Platz zu. Zur Unterhaltung spielen Musikgruppen wie die vier Hinterberger Musikanten, die Gartenberger Bunkerblasmusik, das Enno-Strauß-Duo, die Birn Baam Buam aus Königsdorf und der auch als Bayern-Hans bekannte Geretsrieder Kulturreferent Hans Ketelhut. Letzterer stärkte den Veranstaltern am Sonntagnachmittag den Rücken: „Es ist wichtig, dass was passiert und dass Menschen wie Christian Fahrenschon den Mut haben, sich gegen die Politik zu stemmen und was auf die Beine zu stellen. Man kann nicht die ganze Welt zusperren“, sagte er. Besonders bitter: Hätte das Fest vor einem Monat zum vereinbarten Waldsommerfest-Termin stattgefunden, wären an den milden Sommerabenden sicherlich wesentlich mehr Besucher in den Biergarten gekommen und hätten deutlich mehr Geld in die leeren Kassen des Festwirts gespült. Peter Herrmann

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