Wegen einem Joint im Knast gelandet

Verstoß gegen Bewährungsauflagen: vorbestrafter Mann wird mit 0,3 Gramm Marihuana erwischt

Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz: Amtsgericht verurteilt Geretsrieder wegen dem Besitz von Blüten der Cannabispflanze – auch Marihuana genannt.
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Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz: Amtsgericht verurteilt Geretsrieder wegen dem Besitz von Blüten der Cannabispflanze – auch Marihuana genannt.

Geretsried – Vier Monate Haft weil es ein 39-jähriger Geretsrieder überspannt hat.

Weil das Amtsgericht den mehrfach vorbestraften Mann im Juni wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln (BTM) und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldbuße verurteilte und er damit bereits damals gegen Bewährungsauflagen verstieß, reichte nun der Besitz von 0,3 Gramm Marihuana zu einer viermonatigen Haftstrafe.

Der Angeklagte schien zu wissen, was ihm blüht. Nachdem er bereits zu einem Verhandlungstermin nicht erschienen war, fehlte der Paketfahrer zunächst auch bei der zweiten Ansetzung. Richter Helmut Berger ließ den Geretsrieder deshalb von der Polizei vorführen, sodass er mit 40-minütiger Verspätung auf der Anklagebank Platz nehmen konnte.

Rückblick: Am 5. Juli 2020 geriet der Mann gegen 3 Uhr nachts in eine Polizeikontrolle am Steiner Ring. „Wir wurden wegen einer vermeintlichen Ruhestörung alarmiert und trafen auf fünf Männer“, berichtete ein Polizist. Der Angeklagte versuchte vergeblich zu fliehen. In seinen Taschen befand sich neben 0,3 Gramm Marihuana auch ein Schnupfröhrchen, an dem noch Spuren eines weißen Pulvers erkennbar waren. Zudem entdeckte die Polizei im Rucksack des Mannes vermeintliches Einbruchswerkzeug wie ein Lockpicking-Set.

„Ich rauche nur, um mich zu beruhigen, und habe vergeblich versucht, mir von Ärzten ein Rezept für Cannabis verschreiben zu lassen“, entgegnete der Angeklagte aus Geretsried. Das Werkzeug habe er nur dabeigehabt, um einen Freund bei der Entriegelung eines verklemmten Fahrradschlosses zu helfen, sagte er weiter aus.

Richter Helmut Berger und der Staatsanwalt glaubten dem Angeklagten Geretsrieder nicht. Aufgrund von insgesamt zwölf Vorstrafen – unter anderem wegen Bedrohung, Diebstahl, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung, Waffenbesitz und BTM-Handel – und des wiederholten Verstoßes gegen Bewährungsauflagen forderte der Staatsanwalt eine sechsmonatige Haftstrafe.

Berger verurteilte den geschiedenen Vater einer Tochter, den rund 15.000 Euro Schulden plagen, schließlich zu einer viermonatigen Haftstrafe. „Da ist alles ausgereizt: Anscheinend beeindrucken Sie Geldauflagen überhaupt nicht. Daher sehe ich leider keine positive Sozialprognose“, bedauerte Berger. ph

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