Watschen für die Lebensgefährtin

Vorbestrafter Mann (31) aus Gemeinschaftsunterkunft erhält Bewährungsstrafe

Aus dem Gerichtssaal: Richter Helmut Berger erkannte den Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung. Der Angeklagter muss nun 100 Sozialstunden ableisten.
+
Aus dem Gerichtssaal: Richter Helmut Berger erkannte den Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung. Der Angeklagter muss nun 100 Sozialstunden ableisten.

Geretsried/Landkreis – Am 12. Juni 2020 alarmierten die Sicherheitskräfte der Asylbewerberunterkunft an der Blumenstraße die Polizei: Ein 31-jähriger Nigerianer hatte der Mutter seiner zwei Kinder mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Vor dem Amtsgericht bestritt er die Tat.

„Ich habe nichts Falsches gemacht und sie nicht geschlagen“, übersetzte die Dolmetscherin des Angeklagten. Er räumte lediglich ein, dass es einen Streit mit seiner 32-jährigen Partnerin gegeben hatte, weil er mit der beengten Situation unzufrieden war und in eine andere Unterkunft verlegt werden wollte.

Geschlagene verweigert Aussage und bleibt stumm

Der Sachbearbeiter der Polizei bestätigte den Streit. „Als wir eintrafen, haben wir nur eine minimale Rötung im Gesicht der Frau erkennen können“, sagte er. In der anschließenden Vernehmung erklärte die Nigerianerin, dass sie geschlagen wurde. Fünf Monate später wollte sie sich daran nicht mehr erinnern und verweigerte die Aussage. Da die Frau mit ihrem Partner nicht verheiratet ist, bestand jedoch eine Verpflichtung zur Aussage. „Wenn Sie nicht sagen, was passiert ist, droht eine Anzeige wegen Strafvereitelung“, warnte Richter Helmut Berger.

Die Mutter, die ihren elf Monate alten Sohn während der Verhandlung auf ihrem Rücken trug, ignorierte diesen Hinweis und blieb stumm. „Dann werden wir uns sehr bald am Gericht wiedersehen“, erklärte Berger. Der Angeklagte verfolgte das Geschehen gelangweilt und musste von dem Richter sogar aufgefordert werden, während der Verhandlung seine Kopfhörer-Ohrstöpsel abzulegen.

Weil der seit fünf Jahren in Deutschland lebende Asylbewerber wegen versuchter Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung vorbestraft war, forderte der Staatsanwalt eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, die aber zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Zudem empfahl er die Verhängung von 100 Sozialstunden.

Richter Helmut Berger sah den Vorwurf der vorsätzlichen Körperverletzung ebenfalls als erwiesen an und folgte diesem Antrag. „Ich habe die vage Hoffnung, dass Sie sich nun an deutsche Gesetze halten“, sagte er. Peter Herrmann

Auch interessant

Kommentare