Protest-Stimmen werden mehr

Petition „Rettet den Wassersport“ fordert freies Vereinsschwimmen im neuen Hallenbad

Interkommunales Hallenbad im Bauzustand
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Noch ist das Becken leer: Das interkommunale Hallenbad in Geretsried wird voraussichtlich März 2021 eröffnet.

Die vier Vereine haben sich als „Allianz Wassersport Geretsried“ zusammengeschlossen und Anfang September eine Online-Petition gestartet (wir berichteten). Mit der sie sich direkt an Bürgermeister Michael Müller (CSU) und die Mitglieder des Stadtrates Geretsried richten. Die Petition läuft voraussichtlich noch bis zum 1. November.

Am vergangenen Samstag gingen die Wassersportvereine nun auf die Straße, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen. An zwei Geretsrieder Einkaufszentren waren ehrenamtliche Mitglieder aktiv und sammelten vor dem Kaufland und bei Edeka Heininger 550 Unterschriften bei Bürgern.

„Es ist sehr ermutigend, wie offen die Bürger für unser Problem waren und wie viele uns mit ihrer Unterschrift unterstützt haben“, berichtet DLRG-Ortsvorsitzender Maiko Alpers. Besonders freut es den Geretsrieder, dass viele ihre Hilfe angeboten haben, „die mit dem Schwimmsport überhaupt nichts zu tun haben“.

Ähnliches weiß, Uwe Röhler zu berichten. Er ist Vize-Vorsitzender des Wasserball- und Schwimmvereins 1972 Geretsried (WSV 72) und verfasste ihm Namen der vier Wassersportvereine die Petition. „Obwohl die meisten ihre Wochenendeinkäufe schnell hinter sich bringen wollten, haben doch mehrere hundert Kunden sofort Unterstützung für unser Anliegen gezeigt“, betonte Röhler, und weiter, „Das zeigt uns: die Geretsrieder haben Verständnis, dass nicht bestimmte Sportarten durch Kosten belastet werden sollten, während anderen Vereine kostenfrei städtischen Anlagen nutzen dürfen.“

Rückblick: Eigentlich waren die Gebühren für Sportstätten 2013 per Beschluss für alle Vereine abgeschafft worden. Doch für die Geretsrieder Wassersportvereine im neuen Hallenbad empfiehlt eine Betreiber-Studie der Stadt, künftig nur noch 70 Prozent der Nutzungsgebühren zu übernehmen.

Für die Geretsrieder Wassersportvereine ein harter Schlag

Uwe Röhler, Zweiter Vorsitzender beim WSV 72
WSV 72 Vize-Vorsitzender: Uwe Röhler.

„Für die Geretsrieder Wassersportvereine ein harter Schlag“, sagt Röhler. Demnach würde Jede Schwimmbahn pro Stunde 36 Euro kosten, die Vereine sollen 30 Prozent davon selbst tragen. Nach Kalkulation dieser Belastung sei jedoch klar – „das wird für keinen der vier Geretsrieder Vereine finanzierbar sein“.

Hier sei besonders zu betonen, dass alle vier Vereine vollkommen ehrenamtlich agieren, so Röhler. Mit den bisherigen Einnahmen und Ausgaben würden sich die Vereine stabil halten können, ohne dabei einen überwältigenden Gewinn zu machen, „den sie auch wegen ihres Status der Gemeinnützigkeit gar nicht machen dürften“. Kämen nun noch die Nutzungsgebühren zu den Ausgaben hinzu, klagt Röhler, „stehen die Vereine sehr schnell im klaren Minus“. Als Beispiel nennt die „Allianz Wassersport“ die DLRG: sie müsste somit 17.000 Euro pro Jahr zusätzlich finanzieren.

Derzeit haben rund 1.500 die Online-Petition per Unterschrift unterstützt. Röhler: „Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Aufgrund der positiven Resonanz denken die Vereine über weitere Unterschriften-Aktionen nach und hoffen, dass die Online-Petition noch viele Unterstützer generieren werde. Daniel Wegscheider

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