Mit Sonnenbrille und Federschmuck

Isar-Indianer in Bestform: Willy Michl überzeugt bei Biergarten-Konzert

Indianer Willy Michl mit der Zweiten Bürgermeisterin von Geretsried, Sonja Frank.
+
Indianer Willy Michl mit der Zweiten Bürgermeisterin von Geretsried, Sonja Frank.

Geretsried – Barfuß, mit Sonnenbrille und Federschmuck: Isar-Indianer Willy Michl zeigt sich bei einem kostenlosen Biergarten-Konzert in Geretsried in Bestform.

Bis Ende November bietet die Stadt Geretsried regionalen Musikern im Rahmen der kostenfreien „Isarsommer“-Konzertreihe die Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten. Dabei wird der Auftritt des Münchner Blues-Sängers Willy Michl im Biergarten der Ratsstuben sicher als einer der Höhepunkte des Programms in Erinnerung bleiben.

So kennt jeder den Willy Michl: Barfuß, mit Sonnenbrille und dem riesigen Federschmuck auf seinem Kopf. Der Isar-Indianer zeigte jüngst bei seinem Geretsrieder Konzert bereits beim ersten Songs, welch begnadeter Gitarrist er ist. Hinzu kamen seine kraftvolle raue Stimme und die fortwährende Lust auf Improvisation. So dehnte er sein bekanntes Lied „Isarflimmern“ auf nahezu 20 Minuten aus, indem er Erinnerungen an eine Floßfahrt mit dem Familienbetrieb Angermeier und Liebeserklärungen an Geretsried einflechtete.

„Hier hat man nach dem Zweiten Weltkrieg viele Flüchtlinge aufgenommen: Was für eine edle Stadt“, lobte der Blues-Barde. Danach bewies sich der Isar-Indianer als vollendeter Gentleman und überreichte weiße Rosen an Zweite Bürgermeisterin Sonja Frank, Anita Zwicknagl vom Kulturamt sowie Daniela Wagner. Die Frau des Konzertveranstalters Günter Wagner, der den Sänger für ein Gastspiel in die Ratsstuben verpflichten konnte, war sichtlich gerührt von dieser Geste.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde dann deutlich, warum Willy Michl auch den Beinamen „Sound of Thunder“ trägt. Denn nach einer kurzen Pause griff er noch beherzter in die Saiten und forderte das Publikum beim „Bobfahrerlied“ zum Klatschen und Schunkeln auf. Fast im gleichen Atemzug fiel ihm ein, dass das Simulieren einer Schlittenfahrt und enger Körperkontakt in Zeiten von Corona problematisch sind. So riss das Publikum nur die Hände in die Höhe und erlebte am Ende des Abends ein wahnwitziges Medley, in dem Michl Lieder von so unterschiedlichen Interpreten wie Lou Reed, Schlagersängerin Paola Felix und Otis Redding anstimmte.

Nach diesem furiosen Endspurt ließ sich der Häuptling, der wie bei jedem Konzert von seiner Frau Cora begleitet wurde, das von der Küche der Ratsstuben zubereitete Abendmahl schmecken. Der Gastronomie-Betrieb hatte sich zudem mit der akribischen Erfassung aller Gäste sowie der strikten Einhaltung der Corona-Vorgaben nachdrücklich für die noch folgenden „Isarsommer“-Konzertveranstaltungen empfohlen. Aufgrund der kühlen Witterung werden diese nicht mehr im Biergarten, sondern im benachbarten Ratsstubensaal stattfinden.

Programm beim Isarsommer

Im Rahmen des Isarsommers finden im Saal der Geretsrieder Ratsstuben noch folgende Konzerte statt:

  • Donnerstag, 3. September: Acony Bell Trio mit Benni Schäfer
  • Freitag, 4. September: The Toddlers und Merged
  • Samstag, 5. September: Enno Strauß – Duo
  • Freitag, 11. September: Cicos Jazzorchester Geretsried
  • Donnerstag, 17. September: Willi Sommerwerk „Schön war die Zeit“
  • Freitag, 18. September: VAMILIENehre mit Titus Vollmer & Family
  • Samstag, 19. September: Ivetta Martos mit Peter Wegele und Florian Sagner
  • Freitag, 25. September: Claudia Weiß Trio
  • Donnerstag, 1. Oktober: Organized 3 mit Max Grosch
  • Freitag, 20. November: Ligna Quartett.

Alle Konzerte starten jeweils um 19 Uhr im Saal der Geretsrieder Ratsstuben. Zudem ist der Eintritt bei allen Terminen frei. Anmeldung unter Telefon 08171/62 98 161 oder per E-Mail an anita.zwicknagl@geretsried.de. ph; dwe

Auch interessant

Kommentare