Grünes Licht für Großprojekt

Stadtrat fasst Satzungsbeschluss für 770 Wohnungen an der Banater Straße

Banater Straße Geretssried
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Im nächsten Jahr sollen die Bagger auf dem derzeit noch brachliegenden ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße anrollen.

Geretsried – Im August erteilte das Landratsamt die Baugenehmigung für die Errichtung von 770 Wohnungen an der Banater Straße. Nun fasste der Stadtrat mit 22 Ja- und sechs Nein-Stimmen den Satzungsbeschluss.

Auf dem 4,7 Hektar großen Areal kann die Firma Krämmel Wohn- und Gewerbebau GmbH nun geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen errichten. Zudem sind eine Tiefgarage, eine Kindertagesstätte, ein „Boardinghouse“und 700 Quadratmeter Gewerbeflächen vorgesehen (wir berichteten). Architekt Klaus Kehrbaum rechnet mit einer Gesamtbauzeit von etwa fünf bis sechs Jahren.

Bereits 2016 beschloss der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans. Es folgten eine Änderung des Flächennutzungsplanes, eine öffentliche Auslegung des Bebauungsplans sowie die Auseinandersetzungen mit Stellungnahmen. Klaus Hoffmann, der für die Stadt das Verfahren mit seiner Anwaltskanzlei begleitet hat, hält diese lange Vorlaufzeit für nicht ungewöhnlich. „In München zieht sich die Realisierung solch großer Bauprojekte noch länger hin.“

Im Stadtrat kam es zu einer kontroversen Debatte über den Standort: So stimmte die Geretsrieder Liste geschlossen gegen das Projekt. „Die massive Wohnbebauung passt nicht ins Ortsbild und vernichtet eine der wenigen Gewerbeflächen, die wir in Geretsried noch haben.“ Fraktionskollege Elmar Immertreu sprach von einer „Betonwüste“. Dominik Irmer (Freie Wähler) prognostizierte einen langwierigen Rechtsstreit mit der benachbarten Firma Bauer. Das Unternehmen hatte vor wenigen Wochen eine Klage beim Münchner Verwaltungsgericht eingereicht.

Die Mehrheit der Stadträte sprach sich für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum aus. So verwies Bürgermeister Michael Müller (CSU) auf seine vollbesetzte Sprechstunde, die regelmäßig von wohnungssuchenden Familien besucht werden. Parteikollegin Sabine Lorenz ist zwiegespalten:„Wir können nicht den Siedlungsdruck von München auffangen.“ Müller verwies darauf, dass Geretsrieder Bürger ein Erstbelegungsrecht auf die Wohnungen erhalten.

Für Detlev Ringer (Grüne) überwiegen ebenfalls die Vorteile. Er begrüßte die geplante Installation von Photovoltaikanlagen, wünschte sich ebenso wie Fraktionskollege Volker Witte etwas mehr Begrünung auf den Häuserdächern. Architekt Kehrbaum verwies daraufhin auf Baumpflanzungen an anderen Stellen und auf die umweltfreundlichen Effekte der geplanten Tiefgarage. „So wird der Durchgangsverkehr auf das Nötigste beschränkt“, erklärte er. Peter Herrmann

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