Kritik am Wohnungsbauprojekt

Geretsrieder Liste fürchtet Verkehrschaos rund um die Banater Straße

Geretsrieder Liste
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Nahmen Stellung zu Großprojekt: (v. l.) die Stadträte Dr. Elmar Immertreu, Patrik Kohlert und Volker Reeh.Foto: ph

Geretsried – Zum Informationsabend hat die Geretsrieder Liste eingeladen. Dort nahmen die drei Stadträte Elmar Immertreu, Patrik Kohlert und Volker Reeh Stellung zu aktuellen Großprojekten.

Im Kreuzfeuer der Kritik stand vor allem die Bebauung des ehemaligen Lorenz-Areals an der Banater Straße, auf dem rund 770 Wohnungen entstehen sollen.Wie berichtet, erteilte das Landratsamt im August die Baugenehmigung für das von der Firma Krämmel geplante neue Quartier. In der kommenden Stadtratssitzung am 29. September soll der noch ausstehende Satzungsbeschluss erfolgen, um auf dem 4,7 Hektar großen Areal geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen errichten zu können. Zudem geplant: Tiefgarage, Kindertagesstätte und ein Boardinghouse.

Patrik Kohlert kündigte nun Widerstand an: „Da schafft man einen sozialen Brennpunkt und vernichtet eine der wenigen Gewerbeflächen, die wir in Geretsried noch haben.“ Zudem sei absehbar, dass es rund um das neue Viertel zu einem Verkehrschaos kommen werde. Besonders missfällt Kohlert die beabsichtigte Errichtung von 16 Meter hohen Mauern, die ihn an ein bekanntes Gefängnis in München erinnern: „Die Lärmschutzwände werden höher als in Stadelheim.“

Elmar Immertreu stellte die Frage, ob sich Geretsried wirklich zur Schlafstadt von München entwickeln wolle. Seiner Meinung nach, ist die Realisierung des Wohnbauprojekts aufgrund der bereits erfolgten Genehmigung und der breiten Zustimmung im Stadtrat kaum noch aufzuhalten. Kohlert sagte: rechtlich spreche nichts gegen den Bebauungsplan. „Im Bauausschuss habe ich zugestimmt, politisch kann ich mich damit aber nicht anfreunden.“

Auch unzufrieden ist die Geretsrieder Liste mit der Umgestaltung der Neuen Mitte. „Uns Anliegern wurde gesagt, dass der Karl-Lederer-Platz im Oktober fertig ist“, betonte Volker Reeh. „Nur nicht in welchem Jahr“, ergänzte er schmunzelnd.

Der bereits angelegte Wasserfilm ist für Kohlert keine Alternative zum einstigen Bach im Stadtzentrum. Auch das von Bürgermeister Michael Müller und der Stadtverwaltung angeregte Parkraumkonzept, auf das sich die Stadträte in der ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause nicht einigen konnten, wird von der Geretsrieder Liste abgelehnt. „Wir stehen zur Parkscheibe und regelmäßigen Kontrollen.“ Dass die gebührenpflichtige Tiefgarage nicht genutzt werde, sei ein Problem des Investors.

Gemeinsam mit den zwei anderen Stadträten der Geretsrieder Liste kündigte Kohlert an, sich auch für ein verbessertes Radverkehrskonzept und eine Gebührenbefreiung für Wassersportvereine im neuen Hallenbad einzusetzen. „Vereine wie die DLRG retten Leben, da muss die Bad-Nutzung kostenlos sein“, stellte er klar.

In der Diskussionsrunde forderte Anne Feiglbinder einen Ausbau von öffentlichen Kinderspielplätzen. Kohlert kündigte an, in den kommenden Monaten ein Konzept auszuarbeiten und im Stadtrat einen entsprechenden Antrag zu stellen. „Wir haben zu wenig Spielplätze, auf denen wirklich was zu erleben ist“, sagte er. „Die Ausstattung mit Rutsche, Sandkasten und Kletterwand reichen nicht aus.“ Peter Herrmann

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