Geretsrieder Museumsförderer übergeben Sitze

Alte Stühle für neues Museum

Für das neue Museum übergab Helmut Hahn, Vorsitzender des Fördervereins, Anita Zwicknagl (l., vom Kulturamt der Stadt) und Bürgermeisterin Cornelia Irmer Holzstühle aus den 50er Jahren.

Geretsried – Der Förderverein Geretsrieder Heimatmuseum will im neuen Museum an der Graslitzer Straße einen Kinoraum installieren. Die passenden Stühle gibt es bereits.

In Erinnerung an das abgerissene Lichtspielhaus „Scala“ am Hirschenweg. Das Geld zur Finanzierung des Saals stammt aus den Aufführungen des Stückes „Alles Blech“, mit denen 18.000 Euro eingespielt wurden. 60 Jahre ist es her: 1952 eröffnete das erste Geretsrieder Lichtspielhaus in einem Bunker am Hirschenweg. Die Gemeinde richtete damals die Räume samt Wohnung für den Kinobetreiber ein. Jahrelang war das „Scala“ Treffpunkt für die Bevölkerung. Wäre das Lichtspielhaus nicht vor einigen Jahrzehnten geschlossen und abgerissen worden, es könnte heuer sein 60-jähriges Bestehen feiern. Nach dem Museumsfest im Sommer widmete der Förderverein dem „Scala“ eine Ausstellung. Doch damit nicht genug. Laut Museumsförderer Franz Rudolf soll die Erinnerung an das Kino ihren festen Platz bekommen. Denn es sei geplant im neuen Museum einen Kinoraum einzurichten. Vorbild sei das Museum Waldkraiburg sein, wie Rudolf sagt. Auch dort gebe es einen Kinoraum. „Die Realisierung dieser Idee zeichnet sich ab.“ Die Finanzierung der technischen Ausstattung steht. Denn durch die sechs Aufführungen des Nachkriegsmärchens „Alles Blech“ von Jelena Zinnecker seien laut Rudolf 18.000 Euro eingespielt worden. Bei der Aufführung wirkten neben der Autorin und den Museumsförderern die Loisachtaler Bauernbühne sowie die Gartenberger Bunkerblasmusik mit. Einen zusätzlichen Impuls für die Vorstandsmitglieder des Fördervereins war der Besuch der Ausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ in Würzburg. Dort besuchten die Geretsrieder Gäste ein Kino mit originalen Holzstühlen aus den 1950er Jahren, als Leihgabe eines historischen Kinos in Bayrischzell. Der Besitzer verwies laut Rudolf aber immer wieder auf den Seltenheitswert und den hohen Preis der Stühle. Doch die Museumsfreunde ließen nicht locker. Helmut Hahn, dem Vorsitzenden des Fördervereins, gelang es schließlich, vier Reihen mit 13 Sitzen zu ersteigern. Und die Reise nach Würzburg brachte noch weitere Exponate für das neue Museum. An einem Computer lief ein Programm, das alle in Bayern im Zweiten Weltkrieg bombardierten Orte zeigte. Darunter auch Geretsried samt zerstörter Bunker. Den Museumsförderer gelang es, vom Aussteller vier Rechner samt dem nötigen Programm zu erwerben. Auch das solle laut Rudolf zur „medialen Ausstattung des zukünftigen Museums verwendet werden“. Ralf Fastner

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