Ärger für alle Beteiligten

Geretsrieder Polizeichef im Gespräch über Fahrerflucht

Unfallflucht: Das Auto ist beschädigt und der Verursacher geflohen.
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Bringt Ärger mit sich: Das Auto ist beschädigt und der Verursacher geflohen.
  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
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Geretsried/Landkreis - Immer wieder erreichen die Redaktion Unfallmeldungen von den Polizeiinspektionen im Landkreis bei denen Fahrerflucht begangen wurde.

Neben dem Ärger für den Geschädigten, sind auch die Strafen für das Unerlaubte Entfernen vom Unfallort hoch: mit einer Geldstrafe bis hin zum Freiheitsentzug wird diese Straftat geahndet. Wir haben Franz Schöttl, Leiter der Polizeiinspektion Geretsried zum Thema befragt.

Franz Schöttl, Leiter der Polizeiinspektion Geretsried

Herr Schöttl, was sagt die Statistik - wie häufig wird Unfallflucht begangen?

„Im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 18. Juni des Jahres ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektion Geretsried - dazu gehört die Stadt Geretsried sowie die Gemeinden Dietramszell und Königsdorf - 59 Unfallfluchten. Im selben Zeitraum des letzten Jahres waren es 63 Unfallfluchten. Somit ist ein leichter Rückgang feststellbar. Auf Landkreisebene ereigneten sich im identischen Zeitraum 269 Unfallfluchten (2020: 277 Unfallfluchten). Auch hier ist ein minimaler Rückgang zu verzeichnen.“

Welche Strafen erwarten Personen die sich unerlaubt vom Ort des Geschehens entfernen?

„Der Paragraph 142 StGB „Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“ sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Die Höhe der Geldstrafe wiederum richtet sich nach den Einkünften des Beschuldigten.“

Wie muss man sich richtigerweise verhalten?

„Grundsätzlich sollte man, nachdem man ein fremdes Fahrzeug beschädigt hat eine angemessene Zeit warten bis der Geschädigte zu seinem Fahrzeug zurück kommt. Was angemessen ist, hängt von den Umständen ab. Dabei ist die Schadenshöhe, der Unfallort, die Tageszeit, die Witterung und die Verkehrsdichte zu berücksichtigen oder ob und wann mit dem Erscheinen des Geschädigten zu rechnen ist. In der Regel wird eine Wartezeit von 20 bis 60 Minuten verlangt.“ Erscheint der Geschädigte im Wartezeitraum, sind diesem die Personalien und das Kennzeichen des Verursachers mitzuteilen. Sollte nach dieser Zeit der Geschädigte nicht erscheinen, ist die Polizei zu verständigen und diese über den Unfall in Kenntnis zu setzen. Die Polizei kann natürlich auch direkt nach dem Unfall verständigt werden. Ein Hinterlassen der Personalien an der Windschutzscheibe reicht nicht aus, da hier nicht gesichert ist, ob der Geschädigte diese erhält. Unfallbeteiligter ist übrigens jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.“

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