„Der Tod ist schon teuer genug“

Geretsrieder Stadtrat stimmt für neue Friedhofsgebühren-Satzung

Geltinger Friedhof
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Auf dem Geltinger Friedhof und dem Waldfriedhof werden von der Stadt künftig höhere Gebühren berechnet.

Geretsried – Anfang Mai übernahm die Trauerhilfe Denk GmbH die Bestattungsdienstlungen und Grabmacherarbeiten auf den beiden Geretsrieder Friedhöfen.

Dies bedeutet auch eine erhebliche Gebührenerhöhung. So kostet beispielsweise das Öffnen und Schließen eines Erwachsenenerdgrabes nunmehr 825 Euro. Von dem vorherigen Bestatter wurden für diese Dienstleistung nur 155 Euro berechnet.

„Das ist eine horrende Preissteigerung“, befand Patrik Kohlert (Geretsrieder Liste) in der jüngsten Stadtratssitzung. Felix Leipold (Freie Wähler) gab ihm recht. „Sterben sollte kein Luxus sein. Der Tod an sich ist schon teuer genug“, erklärte er. Yvonne Bräuning. Die Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice im Rathaus, wies aber auch darauf hin, dass die Friedhofsgebührensatzung seit sieben Jahren nicht verändert wurde.

Leistungen mussten neu ausgeschrieben werden

Nachdem das zuvor durch die Stadt beauftragte Bestattungsinstitut den Vertrag gekündigt hatte, musste die Stadtverwaltung die Leistungen neu ausschreiben. Da von fünf angefragten Firmen nur die Trauerhilfe Denk aus Bad Tölz ein gültiges Angebot abgab, stimmte der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) zunächst der Vergabe zu. Nun hatte der Stadtrat die damit einhergehende Änderung der Friedhofssatzung zu beschließen. Hans Hopfner (SPD), Volker Reeh (Geretsrieder Liste) und Hans Ketelhut kritisierten, dass ihnen die deutliche Gebührenerhöhung im HFA nicht transparent vermittelt wurde.

Bürgermeister Michael Müller (CSU) entgegnete, dass die Preise bei einer Vergabe nicht verhandelbar seien. „Wenn wir das jetzt ablehnen, haben wir keinen Bestatter. Das gehört aber zu den Pflichtaufgaben der Stadt“, stellte der Rathauschef klar. Am Ende stimmten 23 Stadträte für den Erlass der neuen Friedhofssatzung. Abgelehnt wurde der Beschluss von der SPD, der Geretsrieder Liste und Felix Leipold. Eine erneute Ausschreibung der Leistungen ist erst wieder in zwei Jahren möglich.

Peter Herrmann

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