Geretsrieder Unterkunft für Asylbewerber der Öffentlichkeit präsentiert

Bald bezugsfertig

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Bald bezugsfertig, die Unterkunft für Asylbewerber am Geretsrieder Robert-Schumann-Weg.

Geretsried – Platz für 76 Menschen bietet die erste Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, die der Landkreis jetzt in Geretsried errichtet hat. Die zweigeschossige Unterkunft steht am Robert-Schumann-Weg und wird voraussichtlich im Februar bezugsfertig sein.

Insgesamt können zehn Vierbett- und 18 Zweibettzimmer bezogen werden. Gleich neben dem Haupteingang befinden sich die Gemeinschafts-Sanitäranlagen, es folgen die zentralen Küchen- und Waschräume. Die Zimmer sind möbliert. Es gibt Etagenbetten, Stühle, Tische, abschließbare Spinde und einen Kühlschrank. Auch TV- und Telefonanschlüsse sind vorhanden. Aus Sicherheitsgründen wurde eine Brandmeldeanlage installiert, die direkt bei der Polizei aufgeschaltet wird. Die ersten Bewohner sollen Anfang Februar einziehen. Geplant ist, die Belegung langsam zu vollziehen. Bedeutet: wöchentlich werden maximal zehn neue Flüchtlinge dazu kommen. Dass die Unterkunft in Modulbauweise mit Satteldach innerhalb von nur zwei Monaten errichtet werden konnte, lobte Landrat Josef Niedermaier bei einem Rundgang ausdrücklich. Gemietet hat der Landkreis die Unterkunft für fünf Jahre. Dafür werden monatlich 28.000 Euro fällig. Zusätzlich müssen noch einmal 3.000 Euro pro Monat für die Unterhaltskosten gezahlt werden. Die Erschließung inklusive Nebenkosten hat 300.000 Euro gekostet. Landrat Niedermaier hofft, dass der Freistaat einen Großteil der Sachkosten übernehmen und den Kreis vor allem mit den Sachkosten nicht allein lassen wird. Zur Seite gestellt wird den Flüchtlingen am Robert-Schumann-Weg ein fester Ansprechpartner. Außerdem kann auf rund 40 Ehrenamtliche zurückgegriffen werden, die den Neuankömmlingen den Start in der fremden Stadt erleichtern wollen. Darüber sind Landrat Josef Niedermaier und Bürgermeisterin Cornelia Irmer sehr froh. Sie wiesen aber auch darauf hin, dass hier mitunter ein Drahtseilakt zu bewältigen ist. „Die Menschen, die zu uns kommen, brauchen Unterstützung, um ein selbstständiges Leben führen zu können. Die Helfer müssen aber auch wissen, wo sie loslassen müssen“, sagte Irmer. Seit November bekommen die Flüchtlinge nun auch Bargeld anstatt Essenspakete. Ausgezahlt wird das über die Gemeindekasse. Angemietet hat der Landkreis für die derzeit 223 Flüchtlinge insgesamt 34 Wohnungen und Häuser. Die allerdings sind über den gesamten Kreis verstreut. Dadurch wird die Unterstützung der Menschen extrem aufwändig. Auf Dauer sei diese Organisation daher nicht praktikabel, so Niedermaier. Er rechnet damit, dass bis zum Jahresende rund 500 Flüchtlinge im Landkreis leben werden. Deswegen ist geplant, drei bis vier weitere Gemeinschaftsunterkünfte zu errichten. Wo das geschehen soll, ist allerdings noch offen. Bislang sind keine geeigneten Grundstücke gefunden. Eine gebrauchte Gemeinschaftsunterkunft, die ebenfalls Platz für rund 76 Menschen bietet, hat der Kreis dem Land Tirol bereits abgekauft. Kosten: 200.000 Euro. Voraussichtlich noch einmal rund 300.000 Euro werden für die Ausstattung fällig. Spätestens Mitte April müssen die Unterkünfte an ihrem jetzigen Standort in Hall abgebaut werden. Niedermaier hofft nun, innerhalb der nächsten vier Wochen ein geeignetes Areal für die Container zu finden. Dann könnten sie im Juni bezugsfertig sein. An dieser Stelle äußerte Bürgermeisterin Irmer ihren „Lieblingsappell“ an Gemeinden und Städte, sich Gemeinschaftsunterkünften zu öffnen. „Das sind ganz normale Menschen, die aus der Lebensbedrohung raus wollen. Man muss keine Angst vor ihnen haben.“ dae

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