Stadtteile im Umbruch

Das sind die Pläne für die Geretsrieder Quartiere

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller und Bauamtsleiter Rainer Goldstein erläuterten Pläne zum Bau des Bürger- und Jugendhauses in Stein.
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Bürgermeister Michael Müller (3. v. l.) und Bauamtsleiter Rainer Goldstein (r.) erläuterten die Pläne zum Bau des Bürger- und Jugendhauses in Stein.

Geretsried – Was passiert in den Geretsrieder Quartieren? Bürgermeister Michael Müller hat Projekte der Städtebauförderung erläutert.

Im Rahmen des nachgeholten Tags der Städtebauförderung erklärten Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller, Bauamtsleiter Rainer Goldstein, Planer und Quartiersmanager an vier Standorten, was dort mit Fördermitteln entstanden ist und in Zukunft noch entwickelt werden soll.

Neue Mitte und Johannisplatz
„Jeder Cent der Städtebauförderung wird seitens privater Investoren um ein Vielfaches vermehrt“, erklärte Bürgermeister Müller. In der Neuen Mitte zeige sich dies besonders deutlich. „Es ist uns gelungen, hier einen lebendigen Ort der Begegnung zu schaffen“, bilanzierte der Rathauschef. Als er dies sagte, interessierte sich noch kein Bürger für die vor dem Rathaus aufgestellten Schautafeln.

Lediglich CSU-Stadträtin Sabine Lorenz erkundigte sich nach den Baufortschritten im ehemaligen Gebäude der Sparkasse an der Egerlandstraße. „Der Rohbau steht, im Winter soll der Innenausbau beginnen“, antwortete Müller. Kurz darauf entdeckten die ersten Anwohner den Infostand. So lobte das junge Ehepaar Sarah und Michael Stowasser zwar die Aufwertung des Karl-Lederer-Platzes, bat aber um eine schnelle Entfernung der Poller. „Die kommen bald weg“, versicherte Bauamtsleiter Goldstein.

Danach führte die Städtebauförderungstour zum Johannisplatz. Dort entsteht in den ehemaligen Räumen einer Apotheke ein Begegnungszentrum, das der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJA) im kommenden Jahr eröffnen will. „Es wäre schön, wenn sich der Quartiersladen bei den Anwohnern auch so etabliert wie in Stein“, wünscht sich TVJA-Vorsitzende Kerstin Halba. Laut Ala Aliakseyenka vom Quartiersbeirat und TVJA-Geschäftsführer Rudi Mühlhans, sollen dort vor allem Angebote für Kinder und Senioren geschaffen werden.

Bürgermeister Müller, der seit seiner Kindheit in den 1970er-Jahren am Johannisplatz lebt, begrüßt diese Entwicklung. Ihm gefällt vor allem, dass das Areal in den vergangenen Jahren nachhaltig begrünt wurde. Dennoch stellte Stadtplaner Rafael Stegen vom Münchner Büro Salm & Stegen bei einer von der Stadt beauftragten Evaluation fest, dass noch weiterer Handlungsbedarf besteht. „Hier müssen noch mehr Begegnungsorte geschaffen werden, die das soziale Miteinander stärken“, erklärte er.

Wolfgang Selig, Vorsitzender der Baugenossenschaft (BG), berichtete zudem von bereits angelaufenen Fassadenrenovierungen sowie dem geplanten Bau einer Tiefgarage am Dompfaffenweg 31. So soll die Parkplatzsituation nicht nur für die Bewohner der 300 BG-Wohnungen am Johannisplatz, sondern auch für auswärtige Gottesdienstbesucher der Kirche Heilige Familie verbessert werden. Gemeinsam mit Bürgermeister Müller, dem katholischen Pfarrer Andreas Vogelmeier und Kindern pflanzte Selig anschließend einen Apfelbaum in der Mitte des Johannisplatzes. Für die interessierten Bürger und Verkäufer des Samstags-Flohmarkts spendierte der TVJA Weißwürste, Brezen und Getränke.

Vom Neuen Platz bis Stein
Das jüngst von TVJA-Quartiermanagerin Natascha Siebert veranstaltete Begegnungsfest hat bereits gezeigt, welch Potenzial der oft unterschätzte Neue Platz hat (wir haben berichtet). Auch an diesem Samstagnachmittag waren die dort aufgestellten Flohmarktstände gut besucht.

Zudem bestand die Möglichkeit, hinter dem Pavillon Boule und Schach sowie die Pflanzenkästen des Projekts „Essbare Stadt“ zu bewundern. „Wir wollen zum Probieren und Schnuppern von Gemüse, Obst und Kräutern einladen“, betonte Initiatorin Gabriele Rogge. Sie hatte bereits in den Monaten zuvor viele Kinder beobachtet, die sich für die Gewächse interessierten. Städteplaner Rafael Stegen kündigte an, dass mithilfe der Städtebauförderung auch das Gebiet zwischen Chamalières-Platz und „Am Stern“ weiter aufgewertet werden soll.

Reges Treiben herrschte am Samstagnachmittag rund um den Jugendtreff Ein-Stein. Der TVJA veranstaltete dort ein Stadtteilfest mit Ballett, Musik, Flohmarkt und Aktionsständen. Am Tisch der Städtebauförderer erklärten Goldstein und Müller den Bürgern die Pläne für das neue Bürger- und Jugendhaus.

„Wir stimmen gerade die Förderrichtlinien mit der Regierung von Oberbayern ab und legen die Ergebnisse dann dem Stadtrat zur Entscheidung vor“, kündigte Goldstein an. Der Bauamtsleiter hofft, dass im Jahr 2023 mit dem Bau des 7-Millionen-Euro-Großprojekts begonnen werden kann. „Es wäre schön, wenn wir das Bürger- und Jugendhaus 2025 eröffnen könnten“, wünscht sich TVJA-Geschäftsführer Rudi Mühlhans.

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